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Rund ums Kirchlein Holz und Ton

Was Künstlerhände aus Holz und Ton erschaffen können, ist beim Würzbrunnenkirchlein in Röthenbach zu entdecken.

Das Sahlenweidli, der Aussichtsturm mitten im Wald, das Würzbrunnenkirchlein – und nun, gleich hinter diesem Gotteshaus, ein Rundgang mit Künstlern an der Arbeit: Es ist erstaunlich, wie die Gemeinde Röthenbach immer wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen vermag. Fünf Holzbildhauer und vier Keramiker arbeiten diese Woche mit ihren Materialien am Thema «Holz und Ton», dazu finden täglich Aktionen statt. Ton ist in diesem Fall in einem doppelten Sinn zu verstehen: als Klang und als Naturmaterial. Wenn tausend Kiesel singen Das veranschaulichen gleich am Anfang des Weges Jürg Schneiders Tonmühlen. Als tönerne Scheiben, Rollen oder Diskusse mit Hohlraum erzeugen sie, wenn man sie zum Drehen bringt, einen eigentümlich sirrenden Ton, da sie im Innern verschiedene Objekte bergen. Man könnte sich eine Viehherde vorstellen, die aus grosser Entfernung dem Stall zustrebt und deren Glocken immer lauter bimmeln. Doch der Künstler sagt, dass diese Töne in ihm Erinnerungen an das Tauchen in der Aare wecken würden, wenn der Fluss «mit tausend kleinen Kieseln singt». Kugeln mit Dellen So unterschiedlich können die Kunstobjekte wirken. Auch die leicht eingedellten Tonkugeln vor der Holzscheuer zeigen das. Hat der Künstler dabei an sich im Regenwasser plusternde Vögel gedacht, so kommt bald darauf eine Besucherin daher, die sich gemütlich darauf setzt. Von Station zu Station kommt man an Zelten vorbei, wo Künstler beim Schaffen beobachtet werden können. Auf einer grünen Matte stehen ihre Werke wie die muschelähnlichen Zoophyten von Rebecca Maeder. Maeder ermöglichte als Einheimische die Kontakte, damit Gemeindepräsident Ruedi Megert erneut Künstler aus dem ganzen Land nach Röthenbach einladen konnte. Ein Zelt weiter sieht man Toninstrumente wie Flöten, Okkarinas und ein Xylofon des Spaniers Antonio Vich Bota aus Mallorca. Am Waldsaum liegen die wuchtigen Baumstämme der Holzbildhauer. Wie eine Visitenkarte Die Objekte sollen die Leute zum Besuch in Röthenbach verleiten, sagt Initiator Ruedi Megert. Sie seien «eine Visitenkarte, die zeigt, wie hier Kunst und Natur unterschiedlich und doch gemeinsam zum Betrachten anregten». Vor vier Jahren gab Megert verschiedenen Künstlern die Gelegenheit, den Waldweg zum Turm mit Skulpturen zu verschönern. Zum Teil stehen sie immer noch dort. Gertrud LehmannDie Ausstellung «Holz und Ton» ist noch bis am 29.August beim Wildbrunnenkirchlein in Würzbrunnen in Röthenbach zu besichtigen. Es stellen u.a. aus: Rebecca Maeder (Grubenbrand), Sangwood Kim (Ongki; eine traditionelle Aufbautechnik), Antonio Vich Bota (Instrumente aus Ton), Naori (koreanischer Holzofen), Niklaus Wechsler (Naturholz-Skulptur), Markus Buschor (Stammskulpturen), Niklaus Blättler (Skulpturen aus ganzen Baumstämmen). Der Eintritt ist frei. >

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