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Rückschlag für geplantes Gästehaus in der Villa

Ein Bed-&-Breakfast-Hotel in Langenthal, in dem psychisch Kranke arbeiten können: Diese Pläne haben einen Dämpfer erhalten. Der Kanton hält sich finanziell heraus. Jetzt wird das Projekt abgespeckt und etappiert.

Es sei «wie in einem Märchen», sagte Kurt Bachmann, Präsident der Genossenschaft Solidarität, im Dezember 2008. Damals hatte er von einer Stiftung die Stettler-Villa an der Ecke Murgenthalstrasse/Aarwangenstrasse in Langenthal samt einem Teil der Umbaukosten zugesichert erhalten. In der Villa sollte ein Bed-&-Breakfast-Hotel mit angegliederter Teigwarenproduktion entstehen. Psychisch Kranke sollten dort arbeiten können, damit ihnen der Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert würde (wir berichteten). Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern bekundete grosses Interesse am Projekt. Und auch die Bewilligung zum Umbau der Liegenschaft lag vor. Kanton macht Rückzieher Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Der Kanton hat sich von einer Beteiligung zurückgezogen, die Finanzierung der Einrichtung und der Betriebskosten lägen nicht drin. Regierungsrat Hans-Jürg Käser versuchte am Samstag, anlässlich einer Kunstvernissage in der Stettler-Villa, den Entscheid zu begründen: Es handle sich beim Projekt nicht um ein rein soziales Anliegen, sondern um einen Betrieb, der wirtschaftlich geführt würde. Projekt wird abgespeckt Das Projekt aufzugeben, stand jedoch nie zur Diskussion. Aber es muss redimensioniert werden. «Wir verzichten auf die Abwartwohnung im Anbau und richten dort vier Zimmer zusätzlich zu den zehn in der Villa ein», erklärte Kurt Bachmann. Das Bed-&-Breakfast-Hotel biete aber wie geplant ab 2011 rund zehn Arbeitsplätze für psychisch kranke Menschen an. Geleitet werden soll der Betrieb von einer Fachperson aus dem Gastrobereich, möglichst mit Zusatzausbildung. «Ein Bed-&-Breakfast-Hotel eignet sich ideal für Menschen, die wieder in den Arbeitsprozess integriert werden sollen», so Bachmann. «Sie können sich für ihre Aufgaben Zeit nehmen und geraten nicht unter Druck.» Die Betriebskosten werden vorerst durch einen Bankkredit abgedeckt. Bachmann: «Für die Einrichtung der Zimmer suchen wir aber Sponsoren.» Statt Nummern werden die Zimmer den Namen des Sponsors tragen. «Die Lebensmittelmanufaktur realisieren wir später, die Räume werden in Reserve gehalten», erklärte Kurt Bachmann. Anders als der Hotelbereich sei die Herstellung von Teigwaren ein heikler und risikoreicher Bereich, der Zeit zum Anlaufen benötige.Prisca Rotzler >

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