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Rollstuhlsportler messen sich

Am 4.September wird in Interlaken zum 1.Jungfrau-Pararace gestartet. Am Start werden die besten Behindertensportler der Schweiz sein. Ihr Aushängeschild Heinz Frei hat die Strecke besichtigt und freut sich auf die Rennen.

Im Rahmen des Jungfrau-Marathon-Prologs erhalten erstmals auch Behindertensportler eine Startgelegenheit. Vorgesehen sind ein Handbikerennen über 14 Kilometer und eine Rollstuhlmeile. Beide rund um die Höhematte. Auf dem Höheweg werden 200-Meter-Sprints für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie behinderte (zum Beispiel blinde) Läuferinnen und Läufer ausgetragen. «Unsere besten Athletinnen und Athleten werden dabei sein», versichert Heinz Frei, der bekannteste und erfolgreichste Schweizer Behindertensportler aus dem solothurnischen Etziken.Es gibt nichts VerrückteresAm Wochenende weilte Heinz Frei, der 1999 sein Hobby zum Beruf machen konnte und die Förderung des Nachwuchssports am Paraplegikerzentrum Nottwil übernommen hat, in Interlaken. Er besichtige die Rennstrecke und prüfte sie zusammen mit Mitgliedern des OK auf ihre Tauglichkeit. «Das wird eine ganz tolle Sache mit dieser Strecke und dieser Kulisse», freut sich der 51-Jährige, «es gibt in der Schweiz nichts Verrückteres.» Die Strecke sollte weder für Handbike- noch Rollstuhlfahrer besondere Schwierigkeiten bieten. Höheweg, Klosterstrasse, Alpenstrasse und Schuhgässli sind abgesperrt, heikle Stellen – etwa die Schuhgässli-Ein- und -Ausfahrt – werden abgesichert. Das ist nötig. Denn: «Die Handbiker erzielen Spitzengeschwindigkeiten von 40 Stundenkilometern», verrät Heinz Frei. Da auf dem Höheweg Tempo 30 gilt, wird die Polizei beide Augen zudrücken müssen.Frei will es nochmals wissenDie an den Paralympics so erfolgreichen Schweizer werden – mit Ausnahme von Edith Hunkeler, die an einer Hochzeit weilt – am Jungfrau-Pararace am Start sein: Sandra Graf, Manuela Schär, Marcel Hug und eben Heinz Frei. Der 14-fache Goldmedaillengewinner der Paralympics, 100-fache Marathonsieger und Schweizer Behindertensportler des Jahres 2008 gibt zwar am 28.August bei Weltklasse Zürich sein Abschiedsrennen auf der Bahn, auf der Strasse wird er aber noch das eine oder andere Rennen bestreiten. In Interlaken zum Beispiel in allen drei Disziplinen am Start sein. Besonders im Handbike- und im Meilenrennen will er ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Auch drei Oberländer werden dabei sein: Peter Blatter aus Matten, Christoph Kunz aus Adelboden und Werner Brügger aus Frutigen. Besondere Beachtung wird der blinde Läufer Lukas Hendry finden, der die 200 Meter in 25,5 Sekunden zurücklegt.Das Jungfrau-Pararace wird vom Organisationskomitee des Jungfrau-Marathons durchgeführt. Die Teilnehmer werden aber vom Kiwanis Club Interlaken – der beim Schloss ein Zelt aufstellen wird – betreut (wir haben berichtet). Wobei: «Die behinderten Athletinnen und Athleten sind sehr selbstständig», weiss Walter Hintermeister, der als Koordinator zwischen Kiwanis Club und OK fungiert und sich stark für das Zustandekommens des Pararace engagiert hat.Eine durchgeführte Sammelaktion stiess auf sehr viel Goodwill, was den Organisatoren erlaubt, den Behindertensportlern die gleichen Preisgelder auszuzahlen wie den Startenden an der Jungfrau-Meile (1609 – 1207 – 805 – 403 Franken für die Ränge 1 bis 4) und ihnen die Spesen zu vergüten.Für Christoph Seiler, den OK-Präsidenten des Jungfrau-Marathons, ist klar: «Das Pararace soll keine Eintagsfliege sein, sondern ausgebaut werden und einen festen Platz in unserem Freitagsprogramm erhalten.» Auf Heinz Frei wartet dann noch eine Aufgabe am Samstagmorgen: Er wird den Startschuss zum Marathon abgeben.Ueli Flück•www.jungfrau-marathon.ch>

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