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Richterswil muss Quartierplan erneut anpassen

Hochwasserschutz-Auflagen des Regierungsrats und Rekurse zögern das Bauen auf der Chrummbächliwiese womöglich auf Jahre hinaus.

Von Elio Stamm Richterswil – Obwohl in den letzten Tagen auf der Richterswiler Chrummbächliwiese gebaggert wurde, ist das Projekt auf dem 15 000 Quadratmeter grossen Areal noch immer nicht baureif. Noch immer ist nämlich nicht abschliessend geregelt, wie die zwischen Zugerstrasse und Chrummbächliweg gelegene Wiese erschlossen wird. Die Grundbesitzer – sieben Nachfahren des ehemaligen Gemeinderates Hans Bachmann – planen dort eine Überbauung mit 30 Wohnungen, haben ihre Pläne bisher aber nicht publik gemacht. Der Gemeinderat hat die Erschliessung der Chrummbächliwiese mit einer Zufahrt, Wasser und Strom nach einem sechsjährigen Quartierplanverfahren im Februar 2010 eigentlich festgelegt. Vier Anwohner des Quartierplanperimeters, der neben der Wiese auch die umliegenden Häuser umfasst, legten dagegen aber im vergangenen Jahr beim kantonalen Baurekursgericht Beschwerde ein. Drei dieser Rekurse hiess das Gericht vor einem Jahr gut. Ein vierter wurde abgewiesen, ist aber ans Verwaltungsgericht weitergezogen worden. Dort ist er noch immer hängig, wie Gemeindeingenieur Hans Streiff sagt. Höherer Preis für Landabgabe Die drei gutgeheissenen Rekurse muss der Gemeinderat nun in den Quartierplan integrieren. Auf einen Rekurs seinerseits hat er verzichtet. «Sobald auch über den vierten Rekurs entschieden ist, passt die Gemeinde den Quartierplan an und schreibt ihn nochmals aus», sagt Streiff. Bis dahin könne es aber noch Monate, wenn nicht Jahre dauern. Scheitert der Anwohner nämlich vor Verwaltungsgericht, könnte er immer noch vors Bundesgericht gehen. Beim noch offenen Rekurs geht es um den östlichen Rand des Quartierplanperimeters, der durch das Neuhusbächli begrenzt ist. Der Anwohner möchte, dass auch die Fläche östlich des Neuhusbächlis in den Perimeter miteinbezogen wird. Laut Streiff hofft er, dass die Chrummbächliwiese dadurch nicht von Westen, sondern von Osten erschlossen wird. Mit der nun geplanten Zufahrt zum Baufeld über die Quartierstrasse im Chrummbächli hat sich einer der gutgeheissenen Rekurse beschäftigt. Sie soll laut Quartierplan auf 6 Meter verbreitert werden. Die Kosten von 230 000 Franken müssen alle Anwohner des Zubringers bezahlen. Einer dieser Anwohner muss verhältnismässig mehr Land abgeben – wofür die anderen Anwohner ihn entschädigen müssen. Vor dem Baurekursgericht hat er nun einen höheren Quadratmeterpreis erstritten. Teurer Hochwasserschutz Ein Nebeneffekt der Rekursverfahren war, dass der Zürcher Regierungsrat bereits zum Quartierplan Stellung beziehen musste. Er hat ihn Ende Oktober mit Rücksicht auf die Entscheide des Baurekursgerichts teilweise nicht genehmigt und Auflagen zum Hochwasserschutz gemacht. Für die drei Gewässer in der Nähe des Perimeters – neben dem Neuhusbächli das Chrumm- und das Schönrainbächli – muss die Gemeinde einen Entlastungsstollen bauen.

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