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Reiter sollen für Pferdeäpfel bezahlen

Der Reit-Club Grüningen will sich aktiver für den Unterhalt von Flurwegen einsetzen.

Von Martina Gradmann Grüningen – Die Grüninger Reiter sind ein Problem: Ihre Pferde hinterlassen ungewünschte Pferdeäpfel und beschädigen die Flurwege. Nun soll eine jährliche Gebühr von 100 Franken pro Reiter eingeführt werden, damit die Reinigung und die Instandstellung finanziert werden können. Noch ist in Grüningen die Gemeinde für den Unterhalt der Strassen und Gehwege zuständig, doch im Herbst dieses Jahres soll die Flurgenossenschaft Grüningen/Bubikon gegründet werden, die dann für Feld- und Anstösserwege verantwortlich sein wird. «Wenn wir nichts tun, könnten Reitverbote ausgesprochen werden, was wir natürlich verhindern möchten», sagt Egon Züllig, Ehrenpräsident des Reit-Clubs Grüningen, der früher den Club selbst präsidierte. Probleme gebe es vor allem auf den Gehwegen Richtung Adletshausen, wo die Reitställe beheimatet seien, sagt Walter Lattmann, Verantwortlicher für den Strassenunterhalt der Gemeinde. Müsse eine Strasse aufgekiest und gewalzt werden, dürfe man für ein bis zwei Wochen nicht darüberreiten und stelle deshalb Reitverbotstafeln auf. Viele Reiter hätten sich nicht daran gehalten – und auch die Pferdeäpfel würden oft liegen gelassen. «Seit wir aber den Kontakt mit den Reitstallbesitzern gesucht haben, funktioniert das besser», sagt er. Die Flurgenossenschaft werde gegründet, weil sich niemand für den Unterhalt der Feld- und Anstösserwege verantwortlich fühle. Bauern und Anstösser sollen ihr Beiträge bezahlen. «Es sind nicht nur die Rösseler, auch Bauern mit immer schwereren landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Anwohner mit Privatwagen verursachen Schäden an den Gehwegen», sagt Lattmann. «Wir organisieren schon jetzt monatliche freiwillige Putzaktionen», sagt eine Reiterin, die keinem Club angehört. Eine andere Reiterin kann sich eine Pferdesteuer vorstellen. Kontakt mit anderen Vereinen Der Reit-Club Grüningen sprach im Rahmen der Abklärungen auch mit anderen Reitvereinen. Jacqueline Eichenberger vom Reitverband Pfannenstiel, deren Mitglieder bereits 100 Franken pro Pferdebesitzer bezahlen, rät von einer Pferdesteuer ab. «Bei einer Steuer kann das Geld nie so gezielt verteilt werden», sagt sie. Bei einem freiwilligen Beitrag könne der entsprechende Betrag direkt an die Flurgenossenschaften ausgerichtet werden. «Da wo es Ärgernisse gibt, muss man sowieso das Gespräch suchen. Mit Geld allein lassen sich nicht alle Probleme lösen», glaubt die Präsidentin. Züllig will das Vorgehen der Grüninger Reiter ähnlich dem Reitverband Pfannenstiel oder Gossau gestalten. Er versucht jetzt den Betrag von 70 Franken, den Reiter bereits an die Gemeinde Grüningen bezahlen, um 30 Franken zu erhöhen. Dies, damit gezielt Putzaktionen und Flurwegsanierungen gemacht werden können. Ausserdem soll ein Verband, «Das grüne Pferd vom Zürich Oberland», gegründet werden mit Pferdebesitzern, Stallbesitzern und Landwirten als Mitgliedern. Das Hauptproblem sei auch, die Nicht-Clubmitglieder zu erreichen. «Wir möchten möglichst viele Pferde- und Stallbesitzer erreichen, damit wir die Angelegenheit für unsere Region gemeinsam und auf möglichst breiter Basis angehen können», sagt Züllig. Reiter im Zürcher Oberland werden künftig wohl für den Unterhalt von Flurwegen bezahlen müssen.Foto: Imre Mesterhazy

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