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Rauchfrei durch die Stifti

Die Stadt Bülach will in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern Jugendliche vom Rauchen abhalten. Jetzt suchen die Zuständigen Firmen und Gemeinden, die sich an der Aktion beteiligen.

Von Rolf Haecky Bülach – «Marlboro Man» hat Pech: Er muss weiter im Büro ackern, während der Stift Mario Pozzi ein paar Tage an der Côte d’Azur am Strand auf der faulen Haut liegen darf. Denn: Mario ist in der Lehre und hat ein Jahr lang aufs Rauchen verzichtet. Dafür belohnen ihn die Stadt Bülach und die Lehrfirma – mit einer Ferienwoche. Was bis jetzt reines Wunschdenken ist, könnte bald wahr werden. Dies im Rahmen eines Wettbewerbs unter dem Titel «Rauchfrei durch die Lehre». «Wir suchen nun Bülacher Firmen, die sich an dieser Aktion beteiligen und Lernende belohnen, die ein ganzes Jahr ohne Tabakkonsum durchstehen», sagt Christine Wullschleger von der Präventionsstelle Zürcher Unterland. Zwei namhafte Unternehmer haben bereits ihre Teilnahme zugesagt: die Oertli Werkzeuge AG in Höri und die Landert Motoren AG in Bülach. Die Idee hinter der Aktion ist, die Jungen davon abzuhalten, überhaupt zum Glimmstängel zu greifen – oder die Raucher zum Aufhören zu motivieren. «Wir sprechen vor allem die Lehrlinge an, die noch nie oder nur gelegentlich geraucht haben», sagt Christine Wullschleger. In diesem Alter griffen viele nur hie und da zur Zigarette, «meist in der Gruppe auf Druck der andern», hält sie fest. Starken Rauchern falle der Verzicht auf den blauen Dunst hingegen schwer. Starker Raucher will aufhören «Ich rauche seit acht Jahren», gesteht der 23-jährige Oertli-Stift Marc Zwahlen, «aber für eine zusätzliche Woche Ferien werfe ich meine Zigaretten in den Müll und höre auf.» Und Gelegenheitsraucher Armin Behjati gibt unumwunden zu: «Allein würde ich nie in der Pause nach draussen gehen, bloss um mir eine Zigi anzustecken. Also rauche ich im Geschäft nie – am Wochenende mit den Kumpels ist das allerdings etwas anderes.» Er ist überzeugt, er könne vollständig aufhören, und beteiligt sich an der Aktion seiner Firma. «Natürlich werden wir kontrollieren, ob die Jungen auch in ihrer Freizeit wirklich auf das Rauchen verzichten», hält dazu Christian Schwendimann von «Züri rauchfrei» unmissverständlich fest. Und zwar müssen alle, die einen Preis im Wettbewerb gewinnen, damit rechnen, dass sie sich einem Speicheltest zu unterziehen haben. Je nach Menge der Zigaretten lässt sich ein «Sünder» auch noch nach Monaten überführen. Die Lehrlinge können mit Preisen rechnen – ob tatsächlich eine zusätzliche Ferienwoche dazugehört, ist derzeit offen. Die Firmen zahlen nämlich unterschiedliche Beiträge in einen Pool ein, wobei auch die Stadt Bülach eine gewisse Summe einschiesst. Der Topf dient letztlich dazu, die Preise zu finanzieren. «Wer wie viel einbringt, das ist noch unklar», sagt Christine Wullschleger. Die Organisatoren wünschen sich, dass alle ausgelosten Wettbewerbsgewinner den gleichen Preis erhalten, und zwar unabhängig von ihrer Lehrfirma. Weitere Informationen zum Wettbewerb erhalten interessierte Gewerbebetriebe durch Heidi Zimmermann unter der Telefonnummer 044 872 77 33. Preise wie ein Wochenende im Europapark sollen Jugendliche belohnen, die der Zigarette abschwören.Foto: Céline Trachsel

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