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Platz in der Kirche reicht nicht aus

700 Zuhörer fanden sich am Samstag zu einem Gratiskonzert in Küsnacht ein. Der Benefizanlass für das Hilfswerk Rokpa musste live ins Kirchgemeindehaus übertragen werden.

Von Jérôme Stern Küsnacht – Emsiges Treiben herrscht in der reformierten Kirche Küsnacht am Samstagabend, kurz vor 19 Uhr. Pfarrer Andrea Bianca staunt nicht schlecht, als er durch seine Kirche eilt: Das Gotteshaus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Damit alle 700 Besucher in den Genuss des kostenlosen Konzertabends kommen, werden die Darbietungen live ins nahe Kirchgemeindehaus auf eine Grossleinwand übertragen. Im Chorraum der Kirche schwirren Pressefotografen um die vielen berühmten Gesichter herum. Tontechniker geben letzte Anweisungen, Kameraleute schauen konzentriert auf die Monitore. Die Ehrengäste Maria Becker und ihr Sohn Benedict Freitag sitzen auf der Bühnenseite und warten. Auch Filmregisseur Fredi M. Murer befindet sich unter den vielen Zuschauern. Kirche soll Kraft spenden Plötzlich, wie nach einem unhörbaren Befehl, verstummt das Getuschel. Pfarrer Bianca begrüsst die gespannten Gäste mit den Worten: «Diese Kirche ist ein Kraftort, und um Kraft zu finden, kommen Menschen in die Kirche.» Er freut sich, dass die reformierte Kirche als Ort der spirituellen Kraft bekannt geworden ist. «Das Motiv des heutigen Abends heisst in diesem Sinne Kraft, Musik und Worte», verkündet Bianca zum Schluss seiner kurzen Rede. Fernsehmoderatorin Sandra Studer betritt anschliessend elegant die Kirchenbühne und erzählt den Anwesenden, wie es zu diesem Benefizanlass gekommen ist. Allen spendewilligen Gästen versichert die Showfrau aus Feldmeilen, dass die Spenden des Abends vollumfänglich der internationalen Hilfsorganisation Rokpa zugutekommen werden. Diese setzt sich in 20 Ländern besonders für Waisenkinder und alleinstehende Mütter ein. Künstler begeistern Zuhörer Der erste Ehrengast des Abends, Musiker und Komponist Andreas Vollenweider aus Stäfa, setzt sich ohne Umschweife an seine Harfe und lässt die ersten Akkorde schweben. Sanft und behutsam entwirft der Künstler eine Melodie und verwebt darin einen Rhythmus. Mit geschlossenen Augen und entrücktem Lächeln improvisiert er, lässt sich von seinem speziell modifizierten Instrument führen und entführt so gleichzeitig die faszinierten Zuhörer in seine Musikwelt. Als ein Highlight des Abends entpuppt sich das Lied «When a child is born»: Zu den Harfenklängen von Andreas Vollenweider singt Sandra Studer die «offizielle Rokpa-Hymne». Danach folgt eine Gedichtlesung von Maria Becker. Die bereits 90-jährige Grande Dame des Schweizer Theaters beeindruckt noch immer durch ihre Präsenz. Für den Benefizanlass liest sie Gedichte und Psalmen, darunter Texte eines 9-jährigen Jungen. Manche Passagen reizen die Zuhörer zum Schmunzeln, so zum Beispiel folgendes Zitat: «Wenn man stirbt, dann sollte man sich keine Sorgen machen – es ist, als würde man Geburtstag haben.» Der letzte Künstler des Abends, Pianist Alexei Botwinow, ist ein Superstar der klassischen Musikszene. Er spielt Werke von Frédéric Chopin und Sergei Rachmaninoff. Raffiniert und hochdramatisch interpretiert er die Kompositionen. Sein Klavierspiel ist gefühlvoll in den leisen Partien und überwältigend im Fortissimo. Grosszügige Gastgeber Das Küsnachter Gastgeberpaar Ursula und Emil Schaerer, Gönner des Hilfswerks Rokpa, sowie die ebenfalls anwesende Vizepräsidentin der Organisation, Lea Wyler, dürfen mit dem Anlass zufrieden sein: Die Gäste waren gut gelaunt und begeistert von den Künstlern, das Wetter zeigte sich von seiner perfekten Seite – und dies alles für einen guten Zweck. Pfarrer Andrea Bianca, Lea Wyler von Rokpa, Künstler Andreas Vollenweider und Moderatorin Sandra Studer (von links) tragen zu einem gelungenen Benefizanlass bei. Foto: Silvia Luckner

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