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Philipp Degen zurück im Glück beim FC Basel

Mit dem 28-jährigen Verteidiger kam für die Basler im Cup-Achtelfinal gegen Wil die Wende zum Guten.

Comeback des Wochenendes Von David Wiederkehr, Wil SG Exakt um 17.14 Uhr am Freitagabend traf die Mitteilung ein, und im Mannschaftscar des FC Basel machte sich Erleichterung breit. Der war eben mit Ziel Ostschweiz losgefahren, an Bord sass mit Philipp Degen auch ein neu verpflichteter Spieler – obwohl dieser doch noch auf seine Qualifikation wartete. Auf Verlangen von Trainer Heiko Vogel hatte der FCB ein Härtefallgesuch beim Verband gestellt, schliesslich war Degen nach dem Ende seines Vertrages in Liverpool arbeitslos gemeldet. Und exakt um 17.14 Uhr am Freitagabend wurde dem Gesuch stattgegeben.So kam es in der 88. Minute des Cup-Achtelfinals zwischen Wil und Basel zu einem bemerkenswerten Comeback, als Vogel seinen neuen Aussenverteidiger einwechselte. Bemerkenswert vor allem, weil Degen für seinen neuen alten Klub mit dem 2:2 in der hitzigen Verlängerung die Wende zum Guten einleitete, zwei Minuten nur nach der viel umjubelten Führung des Challenge-League-Klubs. Alex Frei schliesslich gelang in der 118. Minute das Siegtor. Der unschöne Part an Degens Treffer war allerdings, dass er ihn mit dem Arm vorbereitet hatte. «Das Netz hat gewackelt, das allein zählt», sagte Degen lachend. Die Leidenszeit Es war für den 28-Jährigen aus Lampenberg der erste Auftritt auf Schweizer Rasen seit langem, sieht man von seinem Gastspiel mit dem VfB Stuttgart in der Europa League vor einem Jahr bei den Young Boys ab. 6 Jahre und 6 Monate ist es her, seit Degen sein letztes Spiel für den FCB absolviert hatte. Nach einem 2:0 gegen Xamax im St.-Jakob-Park zog er los, um die Welt zu erobern. In Dortmund begann er. Und reichlich desillusioniert kehrte er nun zurück. Nach drei Jahren in der Bundesliga lockte in Liverpool ein gut dotierter Vierjahresvertrag. Doch die Probleme begannen, Degen verletzte sich ein ums andere Mal. Ganze 13 Ernstkämpfe bestritt er während seiner Liverpooler Jahre, und kaum besser erging es ihm, als ihn sein früherer Trainer Christian Gross nach Stuttgart holte: Degen erkrankte am Pfeiffer-Drüsenfieber. Als Gross in Süddeutschland entlassen wurde, lief bald auch die Zeit des Baselbieters aus, und im vergangenen Sommer einigte er sich mit Besitzer Liverpool über die Vertragsauflösung. In der Folge durfte er beim FCB mittrainieren. Noch sei er nicht bei hundert Prozent, sagt er jetzt. Aber bald. Die Moral des FCB Heiko Vogel wollte trotzdem, dass Degen so schnell wie möglich qualifiziert wird, wenn ein Spieler wie er verfügbar sei, müsse man alles für ihn tun, sagte er. Der stürmende Aussenverteidiger dankte es seinem neuen Trainer mit dem 2:2. «Aber», sagte er, «der Sieg ist ein Verdienst der Mannschaft. Ich bin lediglich froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte.» Der FCB hatte nicht gut gespielt in Wil, aber einmal mehr bewiesen, welche Moral wenigstens in der Mannschaft steckt. Und Degen resümierte mit der Leichtigkeit des Siegers: «Cup heisst weiterkommen. Nichts anderes.»

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