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Pferdesport und die Welt der High Society

Die Zufahrt zum improvisierten Parkplatz beim Flugplatz Saanen ist recht holprig. Ob das erklärt, weshalb so viele Besucher in stolzen Geländewagen zum Hublot Polo Gold Cup angereist sind? Nicht nur die zahlreichen SUVs stechen ins Auge, ganz allgemein zeugen allerhand noble Karossen davon, dass sich da ein illustres Völkchen versammelt haben muss. In der Tat tummeln sich auf dem Flugplatzgelände allerlei extravagante Figuren: Auffällig behütete Damen blinzeln unter den Hutkrempen hervor aufs Spielfeld, todschick bebrillte Gesichter sind gespannt auf das Treiben auf dem Feld oder auf das Sektglas in der Hand gerichtet. Keine Frage: Hier gibt sich die High Society ein Stelldichein. Aber eigentlich geht es ja um Polo. Vier Teams messen sich an insgesamt drei Spieltagen in der traditionellen Pferdesportart. 16 Spieler aus Argentinien, Italien und der Schweiz bestreiten mit über 30 Polo Ponys den Hublot Polo Gold Cup. Mit eindrücklicher Wendigkeit jagen die Reiter dem Ball nach, wobei der kraftvolle Galopp der Tiere den Boden zum zittern bringt. Die Präzision der Schläge und das perfektionierte Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd lassen keine Zweifel offen: Hier spielen einige der besten Polospieler der Welt. Der Gold Cup hat den Besuchern aber mehr zu bieten als Pferdesport. Das Wettkampfgelände ist gesäumt von Werbezelten diverser Nobelmarken. Interessierte können sich etwa mit exquisiten Designerstücken von Star Design eindecken oder auch einfach einen Porsche bestellen. Anlässlich des diesjährigen Turniers präsentierte der deutsche Autohersteller den neuen Porsche Panamera; als Schweizer Première, versteht sich. Scheinbar unermüdlich donnern Tier und Reiter übers Feld. Ein gutes Polo Pony würde auch ohne Reiter Polo spielen, also den Ball verfolgen, behaupten Kenner. Die muskulösen Tiere lassen sich ganz unerschrocken weder von den Schlägern, die ihnen um die Ohren sausen, noch von herbeischwirrenden Hubschraubern beirren. Um die Belastung für die Ponys gering zu halten, werden sie während eines Spiels mehrmals ausgewechselt. Ein Spieler muss jeweils mindestens zwei Pferde zur Verfügung haben. Nach dem Spiel ruft der Speaker zur Mithilfe beim Instandstellen des Spielfeldes auf. Polo sei wohl eine der wenigen Sportarten, bei der das Betreten des Feldes erwünscht sei, tönts aus den Lautsprechern. Im Nu füllt sich das Feld und gut geschalte Herren und Damen mit Hut und Hund stampfen vergnügt aufgeschlagene Erdschollen in den Boden. Spätestens bei diesem Anblick wird eines klar: Ein gewöhnlicher Sport ist Polo nicht. Gestern ging der Gold Cup zu Ende. Gewonnen haben neben dem Siegerteam alle, welche die Gelegenheit zum Sehen und Gesehen werden effektvoll genutzt haben. Nik Sarbach >

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