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Pensionskassen werden an 28 Kriterien gemessen

Komplexität der zweiten Säule und individuelle Ausgestaltungen der Kassen erfordern eine detaillierte Analyse.

Trotz aller gesetzlichen Bestimmungen haben die Pensionskassen ihre individuelle, auf die einzelnen Unternehmen und ihre Mitarbeiter ausgerichteten Merkmale erhalten können. Ihre Vielfalt macht die Stärke der beruflichen Vorsorge aus, verunmöglicht es aber Versicherten, Vergleiche anzustellen. Mit mehr als zwei Dutzend Kriterien wird das PK-Rating der Komplexität der Berufsvorsorge gerecht, darüber ist sich die Vorsorge-Welt einig. Der Bewertungsraster entstand in Zusammenarbeit mit den Pensionskassen-Experten des Beratungsunternehmens Mercer in Zürich, die auch für Fragen der Teilnehmer zur Verfügung standen und Grenzfälle entschieden. Das PK-Rating bewertet die Teilnehmer strikt aus Sicht der aktiv Versicherten sowie der Rentner. Es berücksichtigt nur objektiv feststellbare Merkmale, die finanzielle Auswirkungen zeitigen. Jedes der 28 Kriterien wird nach seiner Bedeutung gewichtet. Sie lassen sich in drei Gruppen aufteilen: Leistungen: Sie umfassen die für alle Versicherten verbindlichen, im Reglement festgelegten Zusagen, die während der aktiven Zeit, im Invaliditätsfall oder für die Pensionierung gelten. Dazu zählen das Rücktrittsalter, Umwandlungssatz, die Definition des versicherten Lohns unter Berücksichtigung der Abzüge und die Leistungsziele, auf die der Vorsorgeplan ausgerichtet ist. Hier fliessen auch die Optionen für die Frühpensionierung oder für einen Kapitalbezug ein, ferner Überbrückungsrenten, die Höhe der Invaliditätsrente oder im Todesfall die Ansprüche der Partner und Kinder. Mit den 12 bewerteten reglementarischen Bestimmungen konnten sich die Pensionskassen 105 Punkte holen. Die am besten ausgebauten Reglemente haben die Vorsorgewerke von Swiss Re, Migros und Zürcher Kantonalbank. Wer die Rechnung zahlt Finanzierung: Hier kommt zum Ausdruck, wer – ausser den Kapitalerträgen – für die Leistungen aufkommt. Dabei wirkt sich eine umfangreiche Beteiligung des Arbeitgebers positiv aus. Den zwei Dritteln der Beiträge, die sie im Durchschnitt und in verschiedener Form übernehmen, kommt die Bedeutung eines versteckten Lohnanteils zu. Die Beitragshöhe wird danach beurteilt, ob sie eine ausreichende Altersrente ermöglichen. Betrachtet werden aber auch Wahlmöglichkeiten der Versicherten für freiwillige Beiträge, beispielsweise für die Frühpensionierung. Die idealsten Finanzierungsvarianten findet man bei Hügli, Migros und SAP. Performance und Verzinsung: Es existieren keine Kriterien, um zu beurteilen, wie sinnvoll die von einer PK festgelegte Strategie ist. Damit entzieht sich leider einer der wichtigsten Ertragsfaktoren einer Beurteilung. Dafür wurden die Kapitalerträge an einer Benchmark gemessen. Basis waren die Pictet-Indizes, die der strategischen Quote von Aktien und den alternativen Anlagen der Teilnehmer angeglichen wurden. Ferner schlagen sich die Verzinsung des Vorsorgekapitals der Aktiven sowie Rentenerhöhungen nieder. Für alle Fragen waren die letzten drei Jahre anzugeben, sodass das Rating mittelfristige Unterschiede spiegelt. Trotzdem ist diese mit maximal 45 Punkten gewichtete Gruppe die volatilste. Die beste Performance und Verzinsung kamen den Versicherten der Stadt Zürich, von Swiss Re und von Thalwil zugute. Das letzte Kriterium bildet der viel beachtete Deckungsgrad, der in dieser Runde des PK-Ratings erstmals nach ökonomischen Prinzipien berechnet wurde. Die Umstellung macht die Deckungsgrade erst vergleichbar und erhöht die Objektivität des PK-Rating (siehe Artikel: «Ein System ohne Garantien»). (es)

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