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Oberländer Förster versäumen Energieholzgeschäft

Gestern wurde das Holzheizkraftwerk Aubrugg eingeweiht. Die Zürich Holz AG beliefert das Werk mit Energieholz – und muss viele Förster enttäuschen.

Regierungsrat Markus Kägi und die Zürcher Stadträtin Ruth Genner haben gestern das Holzheizkraftwerk Aubrugg offiziell eingeweiht, das bereits seit Anfang Oktober in Betrieb ist. Das Kraftwerk liefert 77 000 Megawattstunden Fernwärme und 13 700 Megawattstunden Strom. Umgerechnet können damit 23 000 Haushalte beheizt und 10 000 Wohnungen mit Elektrizität versorgt werden. Seit Inbetriebnahme mussten einige Rückschläge verkraftet werden: Zweimal fiel ein Transformator aus. In der Sommerpause zwischen Juni und August sollen diverse Verbesserungen angebracht werden.(all) Von Michael von Ledebur Wetzikon – Vor vier Jahren hat Beat Riget einen anspruchsvollen Auftrag gefasst. Der Geschäftsführer der Wetziker Holzvermarktungsfirma Zürich Holz verpflichtete sich, für das neu erbaute Holzheizkraftwerk in Aubrugg die nötigen 265 000 Kubikmeter Holzschnitzel aufzutreiben. Das gestaltete sich damals mühsam, denn längst nicht jeder Förster war bereit, sich zur Holzschnitzellieferung zu verpflichten. Heute ist vieles anders. Der Kamin in Aubrugg raucht – das Werk, das gestern offiziell eingeweiht wurde, ist bereits seit Herbst in Betrieb. Und bei den Förstern hat ein Sinneswandel stattgefunden. Riget: «Jetzt wollen viele Förster auf den Zug aufspringen und uns ebenfalls mit Holzschnitzeln beliefern.» Zu spät erkannt Der Grund für das Interesse ist der Preis für das Energieholz. Dieser variiert bei Zürich Holz je nach Qualität, Menge und Distanz zum Werk zwischen 24 und 60 Franken pro Kubikmeter und wird jährlich den Öl- und Konsumentenpreisen angepasst, wurde aber bereits im Jahr 2007 festgelegt. Doch das Bewusstsein, dass sich mit qualitativ schlechtem Holz gutes Geld verdienen lässt, hat sich bei Förstern und Waldbesitzern erst allmählich durchgesetzt. Holz aus Deutschland Zürich Holz kann das nun erwachte Lieferbedürfnis der Förster nicht befriedigen, was viele nicht verstünden, sagt Riget. Sie seien enttäuscht, wenn er ihre Holzschnitzel nicht kurzfristig abhole. Doch die Firma hat zehnjährige Lieferverträge mit den Holzproduzenten abgeschlossen, viele davon private Forstunternehmer. Förster ohne Lieferkontingent können einzig via einen Unternehmer Holz nach Aubrugg liefern – bekommen dafür allerdings einen schlechteren Preis, da der Forstunternehmer eine Marge nimmt. Viele der Forstunternehmer greifen indes bei der Belieferung des Holzheizkraftwerks nicht auf Holz aus Zürcher Wäldern zurück, sondern kaufen die Holzschnitzel überall in der Schweiz ein. So hat Riget schon Transporte aus dem Kanton Bern und grenznahen deutschen Wäldern beobachtet. «Es ist genau das eingetroffen, was ich befürchtet habe.» Schuld nicht nur bei Förstern Mittelfristig würden die Forstunternehmer indes wegen der Transportkosten auf Holz aus Zürcher Wäldern zurückgreifen, glaubt Riget. Dennoch: Momentan geht den Förstern ein schöner Batzen durch die Lappen. Was allerdings nur teilweise deren Fehler sei. «Die Förster sind ja an sich nur Treuhänder der privaten Waldbesitzer und brauchen deren Einwilligung, um Verträge abzuschliessen.»

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