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Nur Horgen spart an Weihnachten Strom

Die Energiestädte im Bezirk wollen die Lämpchen der Weihnachtsbeleuchtung ersetzen – früher oder später.

Von Bettina Ledergerber und Sibylle Saxer Horgen – Die Lämpchen erhellen in der Adventszeit Dörfer und Gemüter. Bei den Weihnachtsbeleuchtungen in den vier Energiestädten im Bezirk Horgen besteht aber Nachholbedarf: nicht punkto Glanz, sondern in Sachen Energieeffizienz. Die Verantwortlichen in Adliswil, Horgen, Thalwil und Wädenswil denken tatsächlich über Optimierungen nach, denn mit «Lucy» von der Zürcher Bahnhofstrasse kann in diesen Gemeinden noch keine Beleuchtung mithalten. «Lucy» stellt ihre Vorgänger in den Schatten. Die neu installierte Beleuchtung verbraucht halb so viel Strom wie «World’s Largest Timepiece», die Leuchtstäbe, die niemandem so recht gefallen wollten. Der Lichterbaldachin, der zwischen 1971 bis 2004 in der Bahnhofstrasse hing, frass sogar hundertmal mehr Strom als «Lucy». Horgen: LED, keine Frage In Horgen sind die Gegensätze mindestens ebenso gross. An der Bahnhofstrasse ist man bereits auf die energieeffiziente Technik LED (Light Emitting Diode) umgestiegen. «Der Stromverbrauch ist minim», sagt Monika Neidhart von der Gemeindeverwaltung. Genaue Zahlen kann sie aber nicht nennen, weil die Beleuchtung über die Strassenlaternen gespeist wird. Zu Reklamationen führt vielmehr die alte Weihnachtsbeleuchtung im alten Dorfkern, die der Handwerks- und Gewerbeverein (HGV) betreibt. Denn die Lichterstränge funktionieren nicht überall einwandfrei. Die Lämpchen gehen schnell kaputt. «Die Reparaturen sind jedes Jahr sehr kostenintensiv», sagt HGV-Präsident Martin Leuthold. Über 20 000 Franken fallen jeweils an. Die Rechnung teilen sich der HGV und die Gemeinde. Demnächst soll gemeinsam die Anschaffung einer neuen Beleuchtung diskutiert werden. Dass diese aus LED-Lämpchen bestehen wird, ist für Leuthold keine Frage: «LED ist langlebiger und braucht viel weniger Strom. Die Preise werden aber noch sinken. Eine Anschaffung wäre ab nächstem Jahr vielleicht denkbar.» Wädenswil: Beleuchtung zu alt In Wädenswil will der Verein Wädenswiler Fachgeschäfte eine neue Beleuchtung kaufen – Energiestadtlabel hin oder her. Der Sternenzauber in der Zuger- und der Gerbestrasse ist schon 29 Jahre alt. «Die Stränge sind veraltet. Ich glaube nicht, dass wir sie noch einmal aufhängen können», sagt Präsident Peter Huster. An den jährlichen Gesamtkosten von rund 16 000 Franken für Strom, Installation und Reparaturen beteiligen sich der Verein Wädenswiler Fachgeschäfte, die Stadt und Sponsoren. Zurzeit steht der Verein Wädenswiler Fachgeschäfte in Verhandlungen mit dem Hersteller. Auch ist noch dieses Jahr ein Rundgang mit einem Beleuchtungsfachmann geplant. Der Kauf einer neuen Beleuchtung sowie der Wechsel zu einem energiesparenderen Modell ist laut Huster aber auch eine Kostenfrage. Adliswil: Anschaffung zu teuer Zumindest einen teilweisen Wechsel zur energiesparenden Technologie LED zieht Adliswil in Betracht. Clemens Ruckstuhl, Inhaber der Ruckstuhl Elektrotech AG, der für die Installation und den Unterhalt der Adliswiler Weihnachtsbeleuchtung besorgt ist, will auf nächstes Jahr bei der Stadt den Vorschlag einbringen, die alte Beleuchtung auf den Brücken zu erneuern: «Die grossen Kerzen auf den Brückenbäumen sind Stromfresser, da könnte die Stadt über 90 Prozent an Energie und einiges an Unterhaltsaufwand einsparen.» Doch die grossen Sterne umzurüsten, die sonst im Stadtzentrum hängen, erachtet Ruckstuhl zum jetzigen Zeitpunkt als übertrieben: «Der Wechsel würde eine Investition von etwa 150 000 Franken bedeuten.» Das sei zu teuer, gemessen daran, dass die Sterne schon mit Strom sparenden Glühbirnen ausgerüstet seien und die Stromkosten für den Betrieb pro Saison lediglich rund 300 Franken betragen. «In fünf bis zehn Jahren, wenn die ersten Sterne der erst in den letzten Jahren installierten Beleuchtung ersetzt werden müssten, werden wir den Wechsel zu LED ernsthaft in Erwägung ziehen», meint Ruckstuhl. Thalwil: LED zu kalt Reinhold Meuwly, Präsident des HGV Thalwil – der für die Thalwiler Sterne verantwortlich zeichnet – geht davon aus, dass die LED-Technologie in einigen Jahren massiv günstiger sein wird: «Dann können wir darüber nachdenken. Vielleicht ist dann auch das Licht der LED-Lämpchen weniger kalt.» Mit der heutigen Weihnachtsbeleuchtung sei die Thalwiler Bevölkerung sehr zufrieden. Sie kostet gemäss Meuwly gegen 24 000 Franken pro Jahr, wovon die öffentliche Hand 12 000 Franken übernimmt. 29 Jahre alt ist die Weihnachtsbeleuchtung von Wädenswil. Sie soll bald ersetzt werden.Foto: Patrick Gutenberg

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