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Mürners UniversumAuch Ausserirdische sind nur Menschen

«Mürners Universum», liest man in der Synopsis, sei ein Dokumentarfilm über den schrägen Rentner und Ufologen Erwin Mürner, der sich auf der unmöglichen Mission befinde, einen Spielfilm über Ausserirdische drehen zu wollen. Bei dieser Voraussetzung blinken natürlich sofort dunkelorange Alarmsignale, man befürchtet, dass da ein verrückter Tattergreis 80 Minuten lang der Lächerlichkeit preisgegeben werden könnte. Dem ist aber nicht so – ganz im Gegenteil: Regisseur Jonas Meier, der im letzten Jahr an den Solothurner Filmtagen für zwei Kurzfilme prämiert wurde, hat mit «Mürners Universum» ein feinfühliges, ruhiges und intimes Porträt geschaffen. Ein Porträt, bei dem man durchaus lachen kann, ja lachen muss (beispielsweise als unser Held mitten in Winterthur ein ziemlich amateurhaftes Schauspieler-Casting durchführt, oder als er die Geräusche von Ausserirdischen nachahmt), aber stets aus Sympathie oder Mitgefühl, nie aus Hohn. Weil Jonas Meier auf die Offstimme verzichtet, werden Mürner und seine Frau Sonja quasi zu den Erzählern ihrer eigenen Geschichte. Dabei gehören ihre Monologe und Zwiegespräche, in welchen sie sich immer wieder suchen, aber nur selten finden, zu den bewegendsten und melancholischsten Momenten des Films: Da geht es nämlich nicht mehr um ein uferloses Universum voller Ufos und E.T.s, sondern um die begrenzte Alltagswelt zweier wunderlicher alter Leute, die das Tun und Lassen des Partners irgendwie einfach nicht mehr so wirklich kapieren wollen und können. Oder um es plakativer zu formulieren: Manchmal sind eben auch Ausserirdische bloss Menschen.(thw) Der Film startet morgen in den Kinos Riffraff (Zürich) und Loge (Winterthur).www.murnersuniversum.ch

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