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Mitgezittert und mitgejubelt

Eine Klausel im Vertrag hinderte Zahir Idrizi daran, für YF Juventus im 1.-Liga-Spiel gegen seinen Ex-Klub FC Baden aufzulaufen. Die Freude über das 2:0 seines neuen Teams konnte ihm niemand verwehren.

Von Ueli Zoss, Zürich «Jede Wette, jetzt fällt das 2:0», sagte Zahir Idrizi zum Kollegen nach einer Stunde Spielzeit zwischen YF Juventus und Baden. Raul Cabanas hatte sich den Ball für einen Freistoss aus 22 Metern zurechtgelegt. Der Spezialist nahm Anlauf – und traf tatsächlich genau ins rechte hohe Eck. Gefährliche Freistösse zu schiessen, zeichnet auch seinen Cousin aus, GC-Spieler Ricardo Cabanas. Der Kunstschuss sicherte YF den ersten Sieg in dieser Saison gegen einen Spitzenklub der Gruppe 3 in der 1. Liga. «Das war unser Ziel, und wir haben es erreicht», sagte YF-Trainer Salvatore Andracchio nach dem Spiel zufrieden. «Raul kann halt prima Freistösse schiessen», bemerkte Idrizi nach seinem richtigen Tipp lakonisch. Der Stürmer aus Kosovo hatte seine Fussballschuhe selbst nicht geschnürt, sondern lehnte im Sommerlook am Geländer auf dem Juchhof 1. Eigentlich wäre er nach einer auskurierten Muskelverhärtung wieder fit. Er hatte in der Woche vor dem Spiel gegen Baden einen Teil seines Trainingsrückstandes weiter wettgemacht, und an der Motivation, gegen seinen Ex-Klub zu spielen, hätte es dem Goalgetter ohnehin nicht gemangelt. Es juckte in den Füssen Doch als Idrizi in der Winterpause von Baden zu YF Juventus wechselte, mussten die Stadtzürcher auf Geheiss der Aargauer im Vertrag des Stürmers festhalten, dass er in der Rückrunde gegen seinen Ex-Klub nicht spielen dürfe. Deshalb schaute Idrizi wohl oder übel zu, wie YF gegen Baden zwar von Anfang an gut spielte, den höher kotierten Gegner sogar dominierte, aber bis zur Halbzeit aus vielen Chancen nur ein Tor erzielte. Luca Dimita bugsierte den Ball aus wenigen Metern über die Linie (36.). Bis zum 2:0 vergaben die Gastgeber auch nach dem Wechsel weitere Möglichkeiten. Vor allem juckte es Idrizi in den Füssen, und er wäre am liebsten aufs Feld gerannt, als Romeo Rifino nach einem Pfostentreffer den Nachschuss schon fast fahrlässig vergab. In der Schlussphase verpassten die Zürcher zudem gegen nur noch zehn Badener – der Ex-Luzerner Hervé Makuka hatte nach einem groben Foul Rot gesehen – mehrmals das fast sicher scheinende 3:0. «Gut gespielt und verdient, aber zu knapp gewonnen», lautete schliesslich Idrizis Fazit.YF ist in dieser Saison bereits die dritte Station für den 25-Jährigen. Nach zwei Begegnungen in der Challenge League für den FC Schaffhausen wechselte er zu Baden. Weil ein privater Gönner ihn bei den Aargauern im Stich liess, kam das Angebot von YF in der Winterpause gerade recht. Schon als Junior hatte er für Juventus gespielt, und unter Trainer Andracchio trug er 2006/07 das Dress von Red Star. Idrizi stürmte in der zweithöchsten Schweizer Liga ausserdem für Wohlen, Gossau und Le Mont. Im Blätterwald sind aus dieser Zeitspanne einige positive Schlagzeilen über ihn erschienen. «Idrizi – grand buteur», schrieb eine welsche Zeitung, nachdem dem Kosovaren für Le Mont beim 1:0 gegen Yverdon das Siegtor gelungen war. «Im Sturm zusammengefunden», hiess es in der Ostschweiz, als Idrizi und sein Landsmann Safet Etemi für Gossau in drei Spielen zusammen sechs Tore erzielten. «Idrizi, der Matchwinner» ist aus seiner Zeit bei Wohlen zu lesen. Der Reiz des Profis bleibt «Ich war immer auf dem Sprung, ganz oben Fuss zu fassen», sagt Idrizi über den bisherigen Verlauf seiner Karriere. «Der Durchbruch ist mir bis jetzt nicht gelungen. Mein Ziel ist es aber, wieder als Profi zu spielen.» Vorläufig strebt er sein erstes Saisontor für Juventus an. Dazu hat er in dieser Woche am Mittwoch bei Biasca und am Samstag im Juchhof 1 gegen das U-21-Team St. Gallens gleich zweimal Gelegenheit. Spielen kann Idrizi wieder, nur gegen Baden musste er zuschauen. Freizeitlook statt Fussballtenü: Zahir Idrizi war nur Zaungast, unterstützte aber seinen YF-Mitspieler vor Ort. Foto: Reto Oeschger

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