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Mitgefühl und Häme für den Abgewählten

Das Ende der Karriere von Hans Hollenstein hat Erstaunen und Mitgefühl ausgelöst. An Nachfolger Martin Graf gibt es unterschiedliche Erwartungen.

Von Janine Hospund Daniel Schneebeli Zürich – Markus Kägi ist es genau umgekehrt ergangen wie dem abgewählten Hans Hollenstein: In der Umfrage landete er unter dem Strich, in der Wahl darüber. Wahrscheinlich habe ihm das schlechte Umfrageresultat sogar geholfen, meinte er gestern: «Es ist ein Ruck durch die Partei gegangen.» Er habe viele Rückmeldungen bekommen – «wir unterstützen dich» – und nun ist er auf dem fünften Platz wiedergewählt. Die Abwahl von Hans Hollenstein wurde unterschiedlich kommentiert. Für FDP-Präsident Beat Walti ist er zwischen Stuhl und Bank gefallen. Hollensteins Regierungskollegen zeigten vor allem Mitgefühl. Markus Kägi: «Eine Abwahl ist ein harter persönlicher Schlag, der mir auch gedroht hat.» Der abtretende Regierungsrat Markus Notter (SP) hob besonders Hollensteins «ausgezeichnete Kollegialität» hervor, und Regine Aeppli hofft, dass er den Einstieg ins Leben nach der Politik findet. Weniger sentimental war SVP-Präsident Alfred Heer. Für ihn ist Hollenstein an sich selber gescheitert: «Er hat keine Stricke zerrissen.» Der grüne Gemeinderat Balthasar Glättli bezeichnete Hollenstein als «ganz schwache Figur». Hollenstein sei sechs Jahre lang nur durch seine Zögerlichkeit aufgefallen.An den neuen grünen Regierungsrat Martin Graf äusserten die bürgerlichen Parteipräsidenten unterschiedliche Erwartungen. Beat Walti hofft zum Beispiel, dass er als Effretiker beim Bund Druck für den Brüttener Tunnel macht. Alfred Heer prophezeite ihm, dass er an seinen Utopien im Regierungsrat zerbrechen werde. Aepplis Zitterpartie Ihr Wahlziel bei den Regierungsratswahlen hat die SP erreicht. Dass die bisherige Regine Aeppli lange um die Wiederwahl zittern musste, erstaunt SP-Präsident Stefan Feldmann nicht. «Die Bildung ist ein schwieriger Dampfer.» In anderen Kantonen seien Bildungsdirektoren abgewählt worden. Zudem seien die Vorgänger Aepplis oft nur knapp bestätigt worden. So gesehen, findet Feldmann das Wahlresultat Aepplis «achtbar». Aeppli selber war «froh und dankbar». Sie habe grossen Respekt gehabt vor der Wahl. Die Geschichte um ihre teuren Wohnungen im Seefeld habe auch nicht geholfen. FDP-Sorgen trotz Wiederwahl «Ich bin einfach froh, dass ich drin bin», sagte der FDP-Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger. Seine Bestätigung und die Wahl von Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) standen nicht in Gefahr, aber den beiden schmilzt langsam die Parteibasis weg. Gut: «Ich habe damit gerechnet, dass die FDP weniger Sukkurs erhält.» Die grossen Verluste ihrer Partei machten sie aber betroffen. Die Freisinnigen, so Heiniger, müssten eine Bestandesaufnahme machen und beraten, wie sie künftig politisieren wollten. FDP-Präsident Beat Walti befürchtet, dass das Regieren schwieriger werden könnte, da immer mehr Parlamentarier im Kantonsrat ohne Vertretung im Regierungsrat sitzen. Mit der Wahl seiner zwei Kandidaten war er aber zufrieden. Zürcher Wahlen Video-InterviewsiPhone: Tagi-App auf TA+Mobile: SMS mit Text Plus an 4488

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