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Mit einer erfahrenen Achse

In der regionalen 2. Liga ist nur noch der FC Dübendorf ungeschlagen. Der Glattaler Verein ist damit in der Gruppe 1 in der Poleposition. Für Trainer Robert Merlo wäre es der dritte Aufstieg in fünf Jahren.

Von David Schweizer Es war der Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Der einst so stolze Erstligist Dübendorf klassierte sich im Frühling 2006 in der 4. Liga im vorletzten Rang hinter Vereinen wie Unione Sportiva Calabrese oder Libanon. Der heutige Trainer Robert Merlo erinnert sich: «Marcel Berli rief mich an und bat mich um Hilfe.» Berli, der Präsident der Sponsorenvereinigung «Dübi-Inside 1925», und der neue Klubvorsteher Marcel Herzog wollten wieder einen starken FC Dübendorf. Merlo sah sich darauf ein Spiel an und traute seinen Augen nicht. «Das war ein Kulturschock.» Viereinhalb Jahre sind seither vergangen. Der Glattaler Verein ist in der Gruppe 1 der regionalen 2. Liga ungeschlagen an der Spitze und kann am Sonntag mit einem Sieg beim abstiegsgefährdeten Niederweningen (Huebwis, 10 Uhr) die Vorrunde als sogenannter Wintermeister beenden. Merlo, der zuvor Bassersdorf, Schwamendingen und Altstetten betreut hatte, verpflichtete nach seiner Zusage Kosta Ntefloudis, Mario Spoljarec sowie Salvatore Caló als Eckpfeiler und baute um sie ein starkes Team auf. Zwei Etagen höher ist nur noch der spielende Assistenztrainer Spoljarec auf dem Platz mit dabei. Ntefloudis amtet mittlerweile als Torhütertrainer, und Caló spielt wegen Knieproblemen seit über einem Jahr nicht mehr. «Ich rechne nicht mehr mit ihm», sagt der 49-jährige Coach. Vor allem der ehemalige Profi Caló (St. Gallen, FC Schaffhausen, FC Winterthur) hatte mit seinen vielen Toren für Spektakel in Dübendorf gesorgt. Für Merlo war der Stürmer im Zürcher Regionalfussball schlicht einzigartig. Doch auch ohne den 30-Jährigen haben die Glattaler noch immer viel Erfahrung und Qualität. So bilden neben Spoljarec (31) Beat Schneider (32), David Mang (34), Luigi De Donno (28) und Christian Kluser (27) eine erfahrene Achse – alle spielten in der Vergangenheit zumindest auf Erstliga-Niveau. «Der Mix zwischen Jung und Alt ist das Geheimnis des Erfolgs», ist Merlo überzeugt. Denn mit dem erst 16-jährigen Erzan Murtishi, Veton Krasniqi (18) und Ivan Di Martino (19) konnten auch Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam machen. Keinen Topskorer mehr Dübendorf hat nach dem Verlust von Caló nicht mehr so viele Tore wie in den letzten Jahren erzielt und auch keinen eigentlichen Skorer mehr in seinen Reihen. So ist mit Ersen Zecirovci (8 Goals) ein Mittelfeldspieler der beste Torschütze. Dafür steht die Mannschaft in der Defensive bedeutend stabiler und erhält weniger Gegentreffer. Ein Grund für Merlo ist der Positionswechsel von Spoljarec. Der ehemalige Challenge-League-Spieler (FC Winterthur) agiert seit dieser Saison in der Innenverteidigung. Spoljarecs Rolle im Mittelfeld haben Mang und Schneider gemeinsam übernommen. Beide kennt Merlo bereits aus seiner Zeit als Trainer und Sportchef bei Schwamendingen. Die Gelegenheit für den nächsten Coup ist gut. Nach dem 5. Rang in der Vorsaison könnte der Aufstieg, wie bereits in der 3. Liga, im zweiten Jahr gelingen. Und dem ist der Verein auch nicht abgeneigt. Die interregionale 2. Liga habe mit der Aufstockung und der neuen Zusammenstellung der Gruppen an Attraktivität gewonnen, findet Merlo. Hinter den Glattalern (28 Punkte) erwies sich bisher Phönix Seen (27) als zähester Widersacher. Die Winterthurer haben einzig die Startpartie – ausgerechnet gegen Dübendorf (1:3) – verloren. Danach folgt vom Dritten Wetzikon (23) an ein breites Feld bis zum Tabellenneunten Beringen (18). Für die zweite Meisterschaftshälfte schliesst Merlo weitere Verstärkungen nicht aus. Grosse Veränderungen soll es aber nicht geben. Die Blutauffrischung im letzten Sommer, als sozusagen die Kaderpositionen 12 bis 22 ausgetauscht wurden, sei bereits gross gewesen. Zudem debütierte vor Wochenfrist mit Marco Rago (von Dietikon) bereits ein neuer Verteidiger beim 3:1-Erfolg gegen Regensdorf. Christian Kluser (l.), hier gegen Claudio Prizzi (Effretikon), zählt bei Dübendorf zu den Leistungsträgern.Foto: Renato Bagattini «Der Mix zwischen Jung und Alt ist das Geheimnis des Erfolgs.» Robert Merlo, Trainer

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