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Mit der Filmkamera dem echten Bülach auf der Spur

30 000 Franken hat der Bülacher Stadtrat für einen Film über die Menschen in der Bezirkshauptstadt gesprochen. Die Dreharbeiten sind in vollem Gang.

Von Alexander Lanner Bülach – Zu dritt ist das Team der TimeLine-Film GmbH in Bülachs Altstadt unterwegs. Drehort ist die Brunngasse, genauer das Haus mit der Nummer 14, wo Geigenbauer Marcus Wyrsch im Parterre seine Musikinstrumente herstellt. Die Kamera ist auf einem Wagen montiert, dieser steht auf zwei Schienen. Von aussen wird Wyrsch bei seiner Arbeit aufgenommen. Der Geigenbauer lässt sich von der Kamera nicht stören und geht ganz ruhig seiner Beschäftigung nach. Genauso stellt es sich Regisseur Ernst Immer vor. Der Film soll am Ende ein Zeitdokument werden, das in ruhigen Bildern den Alltag einiger Menschen in Bülach erzählt. «Wir wollen ein möglichst interessantes Porträt über die Bewohner Bülachs verwirklichen. Wie sie leben, warum sie hier wohnen und welchen Tätigkeiten sie nachgehen, steht dabei im Zentrum», erklärt Immer die Grundidee des Films. Zusammen mit Kameramann Henry Maurer und Praktikant Elias Branch will er die Vielseitigkeit Bülachs einfangen und zum Ausdruck bringen. Gefilmt wird deshalb nicht nur im Sommer, sondern während allen Jahreszeiten. Ein buntes Sammelsurium an ausgewählten Personen soll so zustande kommen. Bereits besucht wurde Bildhauer Ueli Gantner. Auch das Porträt über die Uhrmacher Brigitte und Albert Kägi sei schon im Kasten. Insgesamt werden rund zehn Personen genauer betrachtet. Nicht nur Gewerbetreibende werden gefilmt. Passanten kommen ebenfalls zu Wort. Und beim Stadtrundgang wird das Filmteam von Schulkindern begleitet. Aufnahmen im Zeitraffer Für den gestrigen Protagonisten Marcus Wyrsch ist Bülach bereits seit 17 Jahren Wohn- und Arbeitsort. Vorher war er in Nassenwil zu Hause. In die Stadt Zürich zog es den Geigenbauer damals nicht, weil die Limmatstadt schon über eine gute Abdeckung verfüge. Er wählte Bülach, weil er vor allem die gute Erreichbarkeit der Kleinstadt schätze. Wyrsch geht wieder an die Arbeit. Draussen läuft die Kamera – nun auf einem Kran befestigt – und hält das Geschehen in einer ruhigen Bogenfahrt von oben nach unten fest. Aufwendige Einstellungen scheuen die Filmemacher nicht. «Wir haben schon einige Aufnahmen im Zeitraffer gemacht, in denen in wenigen Sekunden Stunden vorbeiziehen», erklärt Immer. So sind Bilder von Häusern in der Altstadt entstanden, die erst im Mondlicht strahlen und langsam von der Dämmerung erfasst werden. Sich auftürmende Wolken über Feldern wechseln sich innert weniger Augenblicke mit dem Sternenhimmel ab. Für Immer, der selbst seit zweieinhalb Jahren in Bülach lebt, bringen die Arbeiten zu den Filmaufnahmen ständig etwas Neues. «Als wir im Wald drehten, hörten wir plötzlich einen Mann Handorgel spielen», nennt er ein Beispiel. So sei ein interessantes Gespräch entstanden, das ebenfalls zu Bülach gehöre. Er und sein Filmteam sind froh, dass kein starres Drehbuch vorhanden ist. So liessen sich spontane Ideen umsetzen. Auch wenn der Film im Auftrag des Stadtrats entsteht und für die Produktion 30 000 Franken im Budget eingestellt sind, will Immer kein schönfärberisches Bild der Stadt abliefern. Die «städtebaulichen Sünden» im Süden würden ebenfalls dokumentiert. Premiere feiert der Film am Bächtelisapéro vom 2. Januar 2011. Erste Impressionen sind bereits unter www.timeline.ch zu sehen. Kameramann Henry Maurer setzt Marcus Wyrsch in Szene. Foto: David Baer

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