Zum Hauptinhalt springen

«Mehrwert für Spiez geschaffen»

Im Spiezer Auwald ist in etwas mehr als einem Jahr eine Finnenbahn entstanden – die erste im Oberland. Für die Realisierung des Projekts wurden rund 450 Helferstunden geleistet. Am 17. Oktober wird die Bahn offiziell eröffnet.

Die Idee, in Spiez eine Finnenbahn zu bauen, hatte schon lange bestanden. Eine Realisierung ist aber aus den verschiedensten Gründen immer wieder gescheitert. Mehr als ein Jahr ist es nun her, dass Mauro Schneider, Initiant des Projekts «Eine Finnenbahn für Spiez», nicht mehr länger nur von einer Idee sprechen wollte. Im Frühling 2008 machte er sich konkret an die Arbeit. Und wer heute durch den Auwald in der Nähe des AC-Zentrums geht, weiss, dass Schneiders Vorhaben – das ihm einige schlaflose Nächte bereitete, wie er sagt – kein Luftschloss war (siehe Kasten).Ungewöhnlicher AnrufAnfangs ahnte der Laufbegeisterte noch nicht, wie viel Arbeit auf ihn warten würde. Schnell stellte er fest, dass es praktisch unmöglich war, sowohl die administrative Arbeit wie auch die bauliche Ausführung alleine zu meistern. Für Ersteres konnte er deshalb seinen Kollegen Markus Schneeberger, wie Schneider Mitglied des Lauftreffs Spiez, gewinnen. Am 5. Juli 2008 unterbreiteten sie ihre Idee erstmals der Sportkommission Spiez. Anschliessend mussten Sponsoren gesucht sowie die Bauverwaltung und der Waldbesitzer – die Burgerbäuert Spiez – kontaktiert werden. Schneider staunte nicht schlecht, als er einen Telefonanruf von der REGAS Spiez AG erhielt, die ihm anbot, als Sponsor einzusteigen. Natürlich schlugen die Initianten das Angebot nicht aus. Bald konnten sie auch die BKW-Filiale Spiez – auch diese meldete sich aus eigenem Interesse –, die AEK Bank 1826 sowie die BLS AG als Sponsoren gewinnen. Neue Teilstrecke für ReiterEin grösseres Problem stellte die Suche nach einer Trägerschaft dar, die nicht zuletzt deshalb gestartet werden musste, weil der Kanton keine Sportfonds-Gelder an Private gibt. Da der Lauftreff Spiez rechtlich kein Verein ist, war der Turnverein Spiez die nahe liegendste Lösung. Dieser brauchte aber für all die Abklärungen seine Zeit. Schlussendlich erhielten Mauro Schneider und Markus Schneeberger vom TV positiven Bescheid. Eine weitere Erschwernis stellte sich bei der Wegführung, da ein rund 300 Meter langer Streckenabschnitt von Reitern des Reit- und Fahrvereins Spiez-Wimmis benutzt wurde. Nachdem beide Parteien gemeinsam festgestellt hatten, dass eine Benützung durch Reiter und Läufer kaum möglich ist, war der Reit- und Fahrverein bereit, auf das Wegstück zu verzichten, falls für die Reiter eine andere Wegpartie gefunden werden könnte. Das war der Fall.450 Stunden + 25000 Fr.Am 18. Mai erhielten die Finnenbahn-Macher die Baubewilligung, am 4. Juni wurde mit der Waldrodung begonnen und nur einen Tag später fuhr erstmals der Bagger auf. In wenigen Wochen wurde die rund 25000 Franken teure Finnenbahn unter der Leitung Mauro Schneiders erstellt. Tag für Tag ging er in den Auwald, verlegte Vlies und verteilte Schnitzel. Dabei griffen ihm Mitglieder des Lauftreffs und des Turnvereins, aber auch Militärdienstleistende, unter die Arme. «Insgesamt wurden rund 450 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet», sagt Schneider, der alle Arbeitsstunden protokolliert hat. Er ist stolz auf das Resultat: «Ich denke, wir haben einen Mehrwert für Spiez geschaffen.» Nun hoffen die Erbauer auf eine rege Benützung. «Fussballclubs, Lauf- und andere Vereine, Schulklassen oder auch das Militär werden vom Angebot hoffentlich Gebrauch machen», so Markus Schneeberger. «Aber auch sonst ist jeder und jede herzlich willkommen.»Marco Trummer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch