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Manege frei für die Stäfner Blasmusik

Am Jahreskonzert am ersten Advent hat der Musikverein Verena mit zwei langjährigen Traditionen gebrochen.

Von Maria Zachariadis Stäfa – Zum ersten Mal in seiner 134-jährigen Geschichte hat der Musikverein Verena am Sonntag das Jahreskonzert nicht in der reformierten Kirche abhalten können, weil dort die Renovationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Wenn schon die Bühne im neuen Gemeindesaal einen ungewohnten Rahmen bietet, haben sich die Verantwortlichen gesagt, so soll auch der Auftritt mindestens optisch ungewöhnlich sein und visuell dem Zirkusmotto des Abends folgen. Noch während die 35 Bläser und Bläserinnen in roten, blauen, gelben, grünen und lila Hemden und Blusen die Bühne betraten, wurden sie mit herzlichem Applaus vom Publikum begrüsst.Als weiteren «Traditionsbruch» erwähnte Vereinspräsidentin Manuela Menzi in ihrer Begrüssung das Mitwirken von zusätzlichen Musikern und Musikerinnen. Aus 200 im Juni angefragten Stäfnern hatten sich 7 davon begeistern lassen, das Klangvolumen am Jahreskonzert zu verstärken. Treu geblieben ist die Verena-Musik jedoch dem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Repertoire. Das weiss ein treues Publikum zu schätzen. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Einzig der Leiter des Orchesters, Hanspeter Kunz, trug eine Uniform: die des Zirkusdirektors. Zum Auftakt – wie es sich für eine Zirkusvorstellung gehört – ertönte der «Einzug der Gladiatoren». Komponiert hat ihn 1899 Julius Fucik als Marsch, der sich mit den Jahren weltweit zur eigentlichen «Ouvertüre» in einem Zirkus entwickelt hat. Die Töne sassen, die Einsätze klappten, und der Wechsel in den Tempi war fliessend. Bemerkenswert war das Spiel des Orchesters in der rassigen «Circus Fantasy», bei der man meinte, das Treiben in der Manege akustisch mitzubekommen. Das komplexe Werk lässt kein Verweilen auf den Tönen zu und fordert die Konzentration der Musiker stark. Der Ohrwurm «O mein Papa» von Paul Burkhard gehört ebenso zum Programm wie die schräge Komposition «Clowns’ Carnival». Popcorn zum Abschied Der Höhepunkt bildete der «Circus Cancan» von Jacques Offenbach. Dafür wechselte Diethelm von der Klarinette zum Xylofon, das er neben Gitarre und Schlagzeug ebenfalls meisterhaft beherrscht. Der mitreissende Cancan-Rhythmus war von einem Tempo, dass es einem nur schon vom Zuhören den Atem verschlug. Nach dem endgültigen «Salto Mortale», das das an dieser Stelle sonst übliche «Stille Nacht, heilige Nacht» ersetzte, wurden die Zirkusgäste im Foyer mit Popcorn beschenkt. Wie es sich für eine Zirkusvorstellung gehört.

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