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Männedörfler Schläger verurteilt

Männedorf – Am 13. Juni 2008 ging es während der Fussball-Europameisterschaft in einem Festzelt am Limmatquai ab wie in einem zweitklassigen Westernfilm. Zwei Handwerker aus Männedorf – gebürtige Russen im Alter von 28 und 31 Jahren – waren zu später Stunde in eine Schlägerei verwickelt. Sie teilten wacker aus: Ein 26-jähriger Berufsinstruktor der Schweizer Armee hatte gegen die russische Übermacht keine Chance. Er wurde von den Männedörflern mit einem Barhocker niedergeschlagen. Dann traten die beiden mehrfach gegen den Kopf des Kontrahenten. Mit gravierenden Folgen: Der Berufssoldat trug schwere Kopfverletzungen davon. Er erstattete Anzeige gegen die Schläger. Im September 2009 mussten sich die Männedörfler Handwerker wegen des Angriffs bereits vor Bezirksgericht verantworten. Schon die erste Instanz schloss einen Angriff der Angeklagten aus. Sie ging von einer Massenschlägerei aus. Zeugen hatten nämlich ausgesagt, dass der Soldat nach einer ersten Beleidigung mit mehreren Kollegen aufgetaucht sei und sich dann eine wüste Keilerei entwickelt habe. Das Bezirksgericht ging deshalb von einem Raufhandel, aber nicht von einem Angriff aus. Dieser Argumentation folgte auch das Obergericht im Berufungsprozess, wie «20 Minuten online» schreibt. Es sprach die Männedörfler des Raufhandels schuldig. Der ältere Schläger bekam eine bedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten aufgebrummt. Der jüngere Handwerker wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Von den vom Opfer geforderten 20 000 Franken Schmerzensgeld wollte das Obergericht nichts wissen. Die Begründung: Der Soldat trage eine Mitverantwortung am Geschehenen. (pbe)

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