Zum Hauptinhalt springen

Linigers Tore, Rüegers Paraden und Rintanen zum Dessert

Die Kloten Flyers besiegten Davos 4:2 und verdoppelten ihren Vorsprung auf sechs Punkte.

Von Simon Graf, Kloten Den Schlusspunkt hinter einen intensiven Spitzenkampf setzte ausgerechnet Kimmo Rintanen. Der Finne, der zuvor von seinen Kollegen kaum brauchbare Zuspiele erhalten hatte, fing im Finish an der eigenen blauen Linie einen Querpass Sykoras ab, enteilte und schob den Puck zum 4:2 ins verlassene HCD-Tor. Es war ein Treffer, der dem Finnen nach Tagen, in denen er seinen bevorstehenden Abgang zu verarbeiten hatte, gutgetan haben dürfte wie die nachfolgenden Ovationen aus der Fankurve. Zuvor war Rintanen dem Puck 59 Minuten lang meist hinterhergelaufen. Er spielte einige gute Pässe, doch sein Sturm mit Santala und Bieber kam für einmal nicht in Fahrt. Der stämmige Center rieb sich in Zweikämpfen auf, der schnelle Flügel blieb im Abschluss glücklos. Gut ist, wenn man sich darauf verlassen kann, dass die anderen treffen, wenn es die Paradelinie nicht tut. Zum offensiven Matchwinner wurde für einmal Liniger, der nach brillanter Vorarbeit Hollensteins das 2:0 (10.) und das entscheidende 3:2 zu Beginn des Schlussabschnitts schoss. Der Emmentaler war wohl selbst überrascht, als sein Schuss von der Mittelzone den Weg ins Tor fand. Der Puck war von Marha noch abgelenkt worden, trotzdem sah Genoni nicht gut aus. «Der Treffer war glücklich», räumte Liniger ein. «Aber so ist das im Eishockey. Manchmal kann man ein offenes Tor vor sich haben und trifft nicht. Und manchmal geht der Puck einfach rein.» So oft ist das bei ihm in den letzten eineinhalb Saisons nicht mehr passiert, achtmal hat er in dieser Phase getroffen – die gestrigen Tore mit eingerechnet. Man könnte deshalb von ausgleichendem Glück sprechen. Rüeger der bessere Goalie Ein Sieg gegen Davos in einer beinahe ausverkauften Halle sei natürlich besonders süss, betonte Liniger. Auch wenn die Mannschaft phasenweise habe leiden müssen, es ein «Chrampf» gewesen sei. Beim 1:4 in Davos acht Tage zuvor sei das Team nie richtig ins Spiel gekommen, diesmal habe die schnelle 2:0-Führung geholfen. Der HCD hatte, auch dank sechs Powerplays, mehr vom Spiel und deutlich mehr Torschüsse (38:23), doch die Stürmer trafen für einmal nicht oder scheiterten am hervorragenden Rüeger. «Er ist für mich der beste, stabilste Goalie der Liga», lobte Anders Eldebrink seinen Rückhalt. Weniger Freude hatte der Schwede an der Leistung des Schiedsrichterduos. Es sei ja wohl nicht normal, dass man die ganze Zeit Boxplay spielen müsse. In der Einschätzung der Unparteiischen wichen die Meinungen von Eldebrink und Arno Del Curto voneinander ab. Bezüglich der Qualität des Spiels waren sich die beiden Coaches einig. «Es ist gut, wenn Emotionen drin sind», sagte der Schwede. Del Curto fand die Leistung seines Teams besser als tags zuvor beim 8:4 über Zug. «Aber uns fehlen einfach ein paar Torschützen.» Die Personalsituation beim HCD dürfte sich bald verbessern: Guggisberg, Sejna und Stoop kehren diese Woche aufs Eis zurück, Del Curto hofft, dass sie spätestens am Spengler-Cup ihre Comebacks geben. Personelles gibt es auch noch von den Flyers zu berichten: Sie haben Lakers-Flügel Nordgren einen Zweijahres-Vertrag offeriert und warten auf dessen Zusage. Mit Nordgren für Rintanen dürften sie in der Summe rund 250 000 Franken sparen. Falls Nordgren kommt, wäre nur noch die Personalie Wick offen. Klar scheint also, dass die Flyers nur mit drei Ausländern in die nächste Saison steigen wollen. Ihr Pilotversuch dürfte von der Konkurrenz aufmerksam beobachtet werden. Gegen Genoni zweimal erfolgreich: Michael Liniger.Foto: Patrick Kraemer, Keystone

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch