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Lieber Projekte realisieren als die Stadt Dübendorf mitgestalten

Der Kinderrat Dübendorf ist zuständig für die Interessen der Kinder. Er konnte schon einige Projekte umsetzen.

Von Manuel Naegeli Dübendorf – Seit zweieinhalb Jahren gibt es in Dübendorf einen Kinderrat, der sich stellvertretend für Dübendorfs Kinder und deren Anliegen und Wünsche einsetzt. Er besteht aus zehn Mädchen und Buben im Alter von acht bis zwölf Jahren. Unterstützt werden die Kinder von Nina Meier, die bei der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Dübendorf (KJAD) seit einem Jahr für den Fachbereich Kinder zuständig ist. Neun Briefkästen hat der Kinderrat an verschiedenen Schulhäusern in Dübendorf angebracht. In diese können alle Primarschülerinnen und Primarschüler ihre Wünsche, Vorschläge, Ideen und Anregungen deponieren. Ein zweiter Aufgabenbereich des Gremiums liegt darin, «den Dübendorfer Kindern zu helfen, die Stadt nach ihren Wünschen mitzugestalten und zu verändern», sagt Meier. Rund einmal pro Monat trifft sich die Gruppe zu einer Kinderratssitzung im Treff Galaxy in Dübendorf. Für die Sitzung werden alle Briefkästen geleert. Danach werden die Wünsche der Schulkinder thematisiert, und es wird über eine mögliche Umsetzung debattiert. Oftmals werden Projekte vorgeschlagen, die zum Vergnügen der Kinder organisiert werden. Vier Projekte werden pro Jahr geplant – deren Vorbereitung ist die Haupttätigkeit des Gremiums. In diesem Jahr fanden bereits eine «Dübi-Böögg»-Verbrennung und ein Fest im Sommer statt. Der Einfluss des Kinderrates auf die Stadtgestaltung ist aber sehr klein. Immerhin bekam der Rat zum Beispiel ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Kinderspielplatzes in der Badi. Relativ geringe Resonanz «Das Gremium ist politisch nicht wirklich aktiv», bestätigt Meier. «Der Kinderrat könnte politisch zwar etwas bewirken, doch die Bedürfnisse der Kinder betreffen eher einmalige Projekte oder sonstige unpolitische Anliegen.» Die 5000 Franken, die der Rat jährlich von der Jugendkommission Dübendorf erhält, werden denn auch zu einem grossen Teil in Projekte investiert. Ein solches ging am vergangenen Samstag über die Bühne. Zuerst informierte der Kinderrat über seine Tätigkeiten im vergangenen Jahr. Dann wurden die Ratsmitglieder gewählt. Die Dübendorfer Kinder scheinen mit der geleisteten Arbeit des Rates zufrieden zu sein: Alle Mitglieder wurden für ein weiteres Jahr gewählt. Danach stand ein Bobby-Car-Rennen mit anschliessendem Kinofilm auf dem Programm. Zum ersten Mal wurden diese Wahlen nicht mehr im Rahmen einer Kinderkonferenz durchgeführt, sondern im Rahmen eines Projektnachmittages. «Die Bezeichnung Kinderkonferenz hatte auf die Kinder eine abschreckende Wirkung», erklärt Nina Meier. Aber auch mit dem neuen Namen kamen nur wenige Kinder. Lediglich zwanzig Schüler fanden den Weg in den Treff Galaxy – Kinderrat inklusive. «Für die Kinder steht der Spass im Vordergrund. Solange sie diesen haben, ist alles andere sekundär», sagt Meier. Grösseres Gewicht bekommen Da die Resonanz auch bei anderen Anlässen relativ gering ausfällt, stellt sich die Frage, ob der Kinderrat überflüssig ist. Meier verneint: «Wir haben oft Post in den Briefkästen. Die darin geäusserten Anliegen der Kinder müssen wir ernst nehmen und versuchen, diese umzusetzen.» Auch Stefan Ritz, Kinder- und Jugendbeauftragter bei der KJAD, findet das Gremium notwendig: «Die Arbeit mit den quirligen, aber geduldigen Kindern kostet viel Energie, doch sie zahlt sich aus. Die Kinder haben eine ganz eigene Optik, und es ist am nachhaltigsten, wenn die Zielgruppe selbst Wünsche äussert und diese auch umsetzt.» Zudem sieht Ritz ein grosses Entwicklungspotenzial, denn die Etablierung des Gremiums stehe erst am Anfang: «Der Kinderrat soll ein grösseres Gewicht bekommen. Wir planen, dass die Kinder Kontakte zum Stadtrat oder zu den Schulleitern knüpfen.» Die Ratsmitglieder sammeln zudem wertvolle Erfahrungen beim Organisieren und Selberentscheiden. Nina Meier hält sich in den Kinderratssitzungen zurück, sodass die Kinder die Möglichkeit haben, fast alles selber zu machen. Sie leiten die Sitzungen und führen auch eigenständig Protokoll. «Die Selbstständigkeit ist ein grosses Plus des Gremiums», sagt Meier. Auch Ritz blickt positiv auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück: «Der Kinderrat konnte einzelne Projekte umsetzen. Die Mitgliederzahl ist konstant gross, und einen Generationenwechsel hat das Gremium problemlos überstanden.» Schon bald steht die nächste Sitzung des Rates an. Für den Dezember plant er ein Charity-Projekt. Zudem will das Gremium seine Werbestrategie optimieren. Die Bekanntheit des Rates soll bei den Dübendorfer Kindern verbessert werden – damit beim nächsten Projekt neben dem Spassfaktor auch die Resonanz stimmt.

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