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Lieber Ampel als Kreisel

Die Nürensdorfer haben einen Kreisel im Zentrum und den Austritt aus dem Zweckverband des Spitals Bülach abgelehnt.

Von Alexander Lanner Nürensdorf – 323 Nürensdorfer – rund 8,6 Prozent aller Stimmberechtigten – konnte Gemeindepräsident Franz Brunner (FDP) am Mittwoch zur Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Ebnet begrüssen. Sehr umstritten waren die Pläne des Gemeinderats, den Ortskern umzugestalten. Die Bären-Kreuzung mit der Lichtsignalanlage sollte durch einen Kreisel ersetzt werden. Entlang der Strassen waren breite, gepflasterte Fussgängerzonen vorgesehen, die auf einer Ebene mit den Fahrstreifen liegen sollten. Der Kanton hätte 2,8 Millionen Franken in das Projekt investiert, die Gemeinde 1,9 Millionen Franken. Die Kritik der Bürger fiel nicht zu knapp aus. Nur der Bau eines Kreisels mache noch keinen neuen Ortskern aus. Zudem beanspruche das Projekt mehr Flächen für Strassen als bisher. Und ohne die Ampeln gleiche die Strasse aus Richtung Winterthur einer Formel-1-Strecke. Gerade die Lichtsignalanlage sei ein Garant dafür, dass auf der Strasse nicht gerast werde. Dies komme den zahlreichen schulpflichtigen Kindern zugute. Zweite Niederlage Bereits 2007 war der Gemeinderat mit einem ähnlichen Antrag gescheitert. Rund 8,5 Millionen Franken sollten investiert werden, um die Bären-Kreuzung durch einen Kreisel zu ersetzen und den Strassenraum umzugestalten. Zudem sollte mit dem Geld ein Neubau des Zentrumsgebäudes realisiert werden. Mit 1071 Nein- zu 647 Ja-Stimmen lehnten die Nürensdorfer die Pläne damals an der Urne ab. Die Abstimmung am Mittwoch fiel hingegen um einiges knapper aus. Mit nur 9 Stimmen Differenz (142 Nein- zu 133 Ja-Stimmen) wurde das Projekt abgelehnt. Ebenfalls für Gesprächsstoff sorgte der geplante Ausstieg aus dem Zweckverband Spital Bülach. Durch das neue Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetz (SPFG), das am 1. Januar 2012 in Kraft tritt, ist der Kanton für die Akutspitäler zuständig. Die Gemeinden kommen für die Langzeitpflege auf. Der Ausstieg sei kein Misstrauensvotum, nur sei es nicht die Aufgabe der Gemeinde, das Spital zu finanzieren, und Bülach sei als Standort zu weit weg, sagte Brunner. Spitaldirektor lobbyiert Gegen den Austritt sprachen sich vor der Versammlung Ilse Kaufmann, Präsidentin des Verwaltungsrats Spital Bülach, und Spitaldirektor Tugrul Kircali aus. Dieser machte klar, dass der Austritt von Nürensdorf Signalwirkung hätte. «Wenn alle Gemeinden austreten, müsste der Zweckverband aufgelöst und das Spital an Private verkauft werden», sagt Kircali. Nur noch profitable Patienten würden dann in Bülach behandelt, da das Spital einzig nach wirtschaftlichen Richtlinien arbeiten müsste. Und ab 2012 würden sich für Nürensdorf durch das neue Gesetz keine Kosten mehr ergeben. Obwohl der Gemeinderat noch eine Variantenabstimmung einbaute, um die Kündigung um ein Jahr mit Wirkung auf Ende 2014 zu verschieben, wurde der Austritt mit 142 Nein- zu 104 Ja-Stimmen abgelehnt. Dass Kaufmann und Kircali nach der Abstimmung die Halle verliessen, stiess beim Gemeindepräsidenten auf Unverständnis. Das Volk sagte zudem Ja zur Senkung des Steuerfusses von 92 auf 90 Prozent.

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