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«Kriegsgurgel» kommt zur SVP ins Albisgüetli

Bundesrätin Calmy-Rey hält an der Albisgüetli-Tagung der SVP eine Rede. Damit erhöht sie ihre Chancen, zur Bundespräsidentin gewählt zu werden.

Von Stefan Häne und Iwan Städler Zürich. – Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) begibt sich in die Hochburg ihres erbittertsten Gegners. Am 21. Januar wird sie an der Albisgüetli-Tagung vor rund 1500 SVP-Anhängern eine Rede halten. Gut möglich, dass dahinter auch wahltaktische Überlegungen stehen. Wollen die SVPler im Albisgüetli nämlich eine Bundespräsidentin begrüssen, müssen sie Calmy-Rey am 8. Dezember auch zur Bundespräsidentin wählen. Und vielleicht vergilt ihr ja der eine oder andere SVP-Parlamentarier die Zusage zur Albisgüetlirede mit seiner Stimme. 2007 ging der Traditionsanlass der SVP ohne Micheline Calmy-Rey – damals zum ersten Mal Bundespräsidentin – über die Bühne. Die SVP hatte auf eine Einladung der «Kriegsgurgel des Äusseren» (Christoph Mörgeli) verzichtet – aus Angst vor einer Abfuhr. Sie zog damit die Konsequenzen aus dem Verhalten von «SVP-fernen» Bundesräten wie Moritz Leuenberger (SP), die sich in den Jahren zuvor «fast einen Spass» daraus gemacht hätten, abzusagen. Vor Didier Burkhalters Auftritt in diesem Januar hatte sich während acht Jahren kein Bundesrat aus einer fremden Partei mehr ins Albisgüetli gewagt. Dabei wäre Calmy-Rey für einen Auftritt möglicherweise zu gewinnen gewesen. Die Sozialdemokratin hatte nämlich bereits gute Erfahrungen im Kreis der SVP gemacht. 2003 nahm sie an der Wahlfeier des damaligen Nationalratspräsidenten Max Binder (SVP) in Illnau-Effretikon teil. Und punktete dort bei den SVPlern mit einer erfrischenden Rede. So riet Calmy-Rey Binder mit einem Augenzwinkern: «Verändern Sie nie Ihre Frisur und behalten Sie ihre Fransen, die mir so sympathisch sind.»

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