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Klotens Sturmlauf und fehlende Tore

Die Flyers liegen im Final 0:2 zurück – und müssen einen Weg an HCD-Goalie Genoni vorbei finden.

Von Etienne Wuillemin Die Frage ist simpel. Sie lautet: «Wie komme ich an Leonardo Genoni vorbei?» Es ist die Frage, die sich die Stürmer der Kloten Flyers am freien Sonntag wohl öfter stellten. Am Samstag beim 1:2 im zweiten Finalspiel waren sie reihenweise am HCD-Torhüter gescheitert. So einfach die Frage tönt, so schwierig ist die Antwort. Romano Lemm sagt lakonisch: «Ich nehme nicht an, dass Genoni in den nächsten fünf Spielen weiter so hält. Vielleicht bekommt er mal eine faule Kiste und beginnt dann zu studieren.» Trainer Anders Eldebrink hat keine Erklärung für die Harmlosigkeit seines Teams im Abschluss. Er lobt die vielen Schussversuche, fordert aber gleichzeitig mehr Verkehr vor Genoni, «sonst bringen die Schüsse nichts, das müssen wir langsam begreifen». Und Lemm ergänzt: «Uns fehlt im Abschluss momentan die Coolness.» Eine mögliche Lösung dafür hat er ebenfalls bereit. «Anstatt überhastet abzuschliessen, wäre es besser, vor dem Torschuss noch ganz kurz zu überlegen.» Die Abschlussschwäche der Flyers ist mittlerweile eklatant – es scheint fast, als hätte sie der ZSC im Viertelfinal damit angesteckt. In den letzten sechs Spielen erzielte Kloten fünfmal nur ein einziges Tor. Das reichte nur noch zum 1:0-Sieg im siebten Halbfinal gegen Bern. Daneben setzte es fünf Niederlagen ab. Eldebrink und die Magie Im Spiel der Flyers fehlt derzeit ein Vollstrecker. Einer, der zuverlässig und regelmässig Tore schiesst. Einer in der Art der HCD-Stürmer Taticek oder Bürgler. Am Samstag beteiligten sich die meisten Klotener Stürmer am Sturmlauf in Richtung Genoni. Sie fielen mit Tempo, Wucht und Intensität auf (Bell, Luomala). Sie fielen durch Schnelligkeit und technische Versiertheit auf (Bodenmann, Rintanen, Kellenberger). Sie kreierten Chancen en masse. Aber die Kaltblütigkeit im Abschluss liessen sie vermissen. Aus 50 Schüssen resultierte nur der Treffer in Überzahl von Matthias Bieber. Die beste Chance im Finish vergab Marc Welti. «Das war ein so grosses Loch, da hätte es wahrlich keine Magie gebraucht, um ein Tor zu erzielen», sagte Eldebrink. Es wäre jedoch vermessen, dem Verteidiger, der seit dem Halbfinal vorzüglich spielt, den fehlenden Torinstinkt vorzuwerfen. Das sieht auch Eldebrink ein. «Die Tore müssen unsere Torjäger schiessen, nicht Welti.» Der Rekord des HCD Dass Eishockey nicht immer fair sei, hätten die Flyers im zweiten Halbfinal in Bern auch gespürt, sagte Eldebrink. Damals waren sie es, die ein Spiel «gestohlen» hatten. Nun war es eben der HCD. Die Davoser konnten sich am Samstag den Luxus leisten, auf Jaroslav Bednar als überzähligen Ausländer zu verzichten. Trainer Arno Del Curto setzt auch im Playoff auf das Rotationsprinzip. Ohne Bednar und mit ziemlich beeindruckender Effizienz gelang dem HCD trotzdem das Break, das ihm überdies einen Rekord bescherte: Noch nie zuvor gewann in der Schweiz eine Mannschaft die ersten zehn Spiele im Playoff am Stück. Der Glaube an eine Wende ist in Kloten gleichwohl intakt. «Wenn wir Feuer, Leidenschaft und Energie behalten können, gewinnen wir», sagt Eldebrink. «Im Final haben wir den HCD spielerisch zweimal dominiert. Und dass wir in Davos gewinnen können, haben wir schon während der Qualifikation bewiesen», ergänzt Lemm. Hoffnung macht den Flyers ausgerechnet der Stadtrivale. 2008 lag der ZSC im Final gegen Servette ebenfalls 0:2 zurück. Vier Spiele später wurde er im Hallenstadion Meister. Marc Welti kommt nicht am Davoser Torhüter Genoni vorbei. Foto: Reto Oeschger

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