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Klotens spanisches Erfolgsrezept

Dank spielstarker Verteidigung und Hollensteins Toren gelang den Flyers ein perfekter Saisonstart.

Von Benjamin Muschg 1:0 gegen Servette, 5:1 in Biel – Kloten bildet mit Rekordmeister Davos undZug das Trio jener Teams, die aus dem ersten Meisterschaftswochenende den Maximalertrag von sechs Punkten holten. Es war auch die Bestätigung einer überzeugenden Vorbereitung, in der die Flyers in neun Spielen über 60 Minuten ungeschlagen geblieben waren. Die beiden ersten Klotener Doppeltorschützen der NLA-Saison, Denis Hollenstein und Micki DuPont, verkörpern die Hauptgründe für den perfekten Take-off der Flyers: jugendlichen Schwung im Angriff und abgeklärte Sicherheit in der Verteidigung. Der 20-Jährige Hollenstein spielt neu an der Seite von Romano Lemm und Marcel Jenni eine Hauptrolle in der Klotener Offensive. Er schoss am Samstag in Biel erstmals zwei Tore in einem NLA-Spiel – und es waren bemerkenswerte Treffer. Zum einen erstickte Hollenstein mit seiner Doublette kurz nach dem Bieler 1:2 die gegnerischen Hoffnungen auf eine Wende im Keim und entschied damit die Partie. Zum andern war das Solo zum 3:1 das Highlight der noch jungen Klotener Saison: Der Flügelstürmer nahm tief im eigenen Drittel Anlauf und umkurvte mehrere Bieler, bevor er Goalie Berra bezwang. Endlich wieder schmerzfrei «Nach meiner Rückkehr aus Kanada musste ich mich wieder ans Schweizer Eishockey gewöhnen und in die Mannschaft integrieren», sagt Hollenstein. «Im zweiten Jahr ist alles einfacher.» Das Toreschiessen fällt ihm auch deshalb leichter, weil seine Schulterprobleme, die ihn schon in Nordamerika und auch in der vergangenen Saison erheblich bremsten, endlich hinter ihm zu liegen scheinen. Nach mehreren Operationen und intensiver Therapie spielt Hollenstein nun ohne medizinische Unterstützung schmerzfrei. Er hat auch privat einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht und ist vom elterlichen Haushalt in eine Wohngemeinschaft umgezogen. Die Zusammenarbeit mit dem Assistenten Felix Hollenstein entwickelt sich zu einer im Eishockey nicht alltäglichen oder selbstverständlichen Erfolgsgeschichte. «Auf dem Eis ist er mein Trainer, daneben mein Vater», formuliert Denis Hollenstein das familiäre Erfolgsrezept. Puckkontrolle als Schlüssel Mit einer sehr tiefen Fehlerquote und nur einem Gegentreffer in 120 Minuten hinterliessen die Klotener zu Saisonbeginn aber vor allem in der Defensive einen hervorragenden Eindruck. Sie verhindern Gegentore weniger durch Abwehrarbeit im engeren Sinn als durch gute Puckkontrolle und sicheres Passspiel. Es ist sozusagen die Klotener Variante des «Tiquitaca», mit dem spanische Mannschaften in den letzten Jahren den Weltfussball dominierten. Dank den Neuverpflichtungen des Kanadiers Micki DuPont und des Nationalspielers Eric Blum ist Anders Eldebrinks Verteidigung noch mobiler und spielstärker geworden. DuPont, der gegen Servette das einzige Tor schoss und in Biel das erste vorbereitete sowie das letzte in Unterzahl erzielte, profilierte sich auch als hervorragender Skorer. Vor seinem Einstand bei den Flyers sei er ziemlich nervös gewesen, sagt der letztjährige Zuger Quarterback. «Aber es macht Spass in diesem Team. Und wenn man Spass hat, spielt man auch am besten.» So erfolgreich spielten die Flyers zum Saisonstart letztmals vor vier Jahren. Damals beendeten sie die Qualifikation nur fünf Punkte hinter Sieger Davos auf dem fünften Rang. Der perfekte Start deutet darauf hin, dass auf die sommerlichen Turbulenzen neben dem Klotener Eis auch diesmal ein ruhiger Eishockey-Herbst folgt. Abheben dürfen die Flyers nach zwei Siegen aber nicht. Sonst holt sie Meister Bern am kommenden Freitag mit Sicherheit wieder auf den Boden zurück. Die Flyers, hier Welti und Bell (r.), haben ihre Gegner bisher weggeräumt. Foto: EQ Images Micki DuPont. Denis Hollenstein.

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