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Kloten und der unbeirrbare Glaube

Die Flyers gewinnen die knappen Spiele gegen Bern – und stehen vor dem Finaleinzug.

Von Silvan Schweizer Die Klotener hatten am Tag nach dem wichtigen dritten Sieg gegen den SCBein gemütliches Sonntagsprogramm: Trainer Anders Eldebrink ging bei frühlingshaftem Wetter mit Dackel Molle im Wald spazieren. Und Patrick von Gunten, die prägende Figur beim 4:3, gönnte sich einen ausgedehnten Brunch mit Orangensaft und Gipfeli. Die Flyers geniessen derzeit die Ruhe im Umfeld – und das überträgt sich auf ihr Spiel. Sie führen in der Serie 3:0, noch ein Sieg trennt sie vom Final. Letztes Jahr hatten sie sich gegen den späteren Meister Bern noch erfolglos in die Ferien verabschiedet, dreimal fehlte ihnen nur ein Tor. Diesmal hat hingegen Kloten sechs seiner sieben Playoff-Siege mit einem Treffer Vorsprung eingefahren, dreimal davon in der Verlängerung. Die Zürcher Unterländer gewinnen die engen Partien, bleiben cool, wenn es ihre Anhänger kaum mehr auf den Sitzen aushalten. So wie am Samstag, als sie zweimal den Ausgleich hinnehmen mussten und sie das Spieldiktat doch nicht abgaben: Kimmo Rintanen, der ruhigste von allen, schloss nach 53 Minuten einen Konter zum 4:3 ab. Von Guntens Antwort auf dem Eis Die Flyers verspüren keinen Druck, und ihr Coach kennt den Grund. «Ich habe das Gefühl, die Medien und Experten hoffen darauf, dass es einen Final Davos gegen Bern gibt», sagt Eldebrink. «Kloten ist für sie der kleine Dorfklub, wir sind die Underdogs. Aber das macht uns stark.» Sein Spieler Von Gunten weiss dazu eine Episode aus dem Training vor dem dritten Spiel zu erzählen: «Ein Journalist hatte mich provoziert: Wir Verteidiger würden zu wenig für die Offensive machen. Ich sagte, das sei auch schwierig, weil die Berner einem kaum Zeit lassen.» Aber dann gelang dem Bieler im Match eine überragende Leistung, er bereitete drei Treffer vor und nahm gar bei einem Tor dem gegnerischen Goalie in Stürmermanier die Sicht. «Der Journalist hat mich danach in den Katakomben komischerweise nicht mehr gegrüsst», sagt Von Gunten und lacht. Die Klotener profitieren zudem von einem Selbstvertrauen, das sie schon früh in der Saison aufgebaut haben. Sie blieben zu Beginn der Qualifikation achtmal ungeschlagen, am Schluss hatten sie nur 12 von 50 Partien verloren. «Wir können negative Erlebnisse gut ausblenden», glaubt Eldebrink. Im Gegensatz zum SCB hat er keinen Psychologen zurate gezogen: «Ich weiss, dass es immer zwei, drei Spieler gibt, die gerne mit einem Mentaltrainer arbeiten. Aber einer, der die ganze Mannschaft betreut, saugt zu viel Energie ab. Dann denken die Spieler zu viel.» Stattdessen setzt der Schwede auf ein festes Teamgefüge, auf Spieler, die sich lange kennen. «Wir sind über vier Liniengut besetzt, jede Reihe kann Tore erzielen.Das macht uns schwer kontrollierbar.» «Wir müssen schneller sein» SCB-Coach Larry Huras probierte schon mehrmals, seine Leader Plüss und Rüthemann früher aufs Eis zu schicken, um Klotens Junioren zu bedrängen. «Er kann bringen, wen er will. Wenn du die Jungen für die Zukunft aufbauen willst, musst du sie auch diesen Situationen aussetzen», antwortet Eldebrink. Den Ausfall von Abwehrpatron Micki DuPont hat die Mannschaft erstaunlich gut weggesteckt. «Ich habe fast mehr Berichte über ihn gelesen als über jene, die gespielt haben», wundert sich Von Gunten. Er sowie Blum und Du Bois sind nun besonders gefordert. Am Samstag erhielt Von Gunten fast 30 Minuten Eiszeit. Coach Eldebrink schätzt die Kreativität seiner Defensivleute, ihre Pucksicherheit: «Bern hat gross gewachsene Spieler wie Gardner, Goren oder Déruns. Wir haben kleine Verteidiger. Deshalb müssen wir schneller sein und die Kontrolle haben.» Bis anhin wurde diese Vorgabe erfüllt. Noch einen Sieg vom Final entfernt: Tommi Santala und die Kloten Flyers.Foto: Patrick B. Kraemer (Photopress)

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