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Keine Farbe fürs Mail? Geschützt durch Nichtlesen?

Kummerbox Mail Ich versuche, meine Mails etwas schöner zu gestalten. Meine Ansprüche sind nicht hoch, einfach fett und vielleicht mal eine farbige Schrift. Das klappt nicht, und mein Provider sagt, es liege am Browser. Walter Strickler, Uster Aus ihrer Problembeschreibung schliesse ich, dass Sie per Webmail kommunizieren. Bei Webmail loggen Sie sich über Ihren Browser in die Mailbox ein und benötigen kein separates E-Mail-Programm. Ein Vorteil von Webmail besteht darin, dass Sie Ihre elektronische Post von jedem Computer aus bearbeiten können und kein E-Mail-Programm benötigen. Es gibt hingegen auch Nachteile. Ihre Abhängigkeit vom Maildienstleister ist der grösste. Sie müssen mit der Webmail vorliebnehmen, die der Anbieter ausgewählt hat. Sie können meist nur wenig einstellen und müssen sich darauf verlassen, dass Softwarefehler schnell ausgebügelt werden.Falls Sie mit der Webmail-Anwendung nicht zufrieden sind, diese nicht funktioniert oder nicht mit Ihrem Browser harmoniert, dann sollten Sie doch auf ein separates Mailprogramm umsteigen. Sie können das Mailprogramm ihres Betriebssystems nutzen (Apple Mail bei Mac OS X, Outlook Express bei XP, Windows Mail bei Windows Vista und Windows Live Mail bei Windows 7, das Sie aber erst von explore.live.com/windows-live-mail herunterladen müssen) oder das hervorragende Open-Source-Mailprogramm Thunderbird in Betrieb nehmen (www.mozillamessaging.com). Sie dürfen auch eine «duale» Strategie fahren. Das heisst, Sie arbeiten normalerweise mit Webmail und greifen zum separaten Mailprogramm, um üppig formatierte Nachrichten zu versenden und um ein eigenes Archiv Ihrer Mails anzulegen. Wenn Sie ausschliesslich Webmail nutzen, sind Ihre Mails nämlich nur bei Ihrem Mailanbieter, nicht aber auf Ihrem eigenen Computer gespeichert. Wenn Sie diese «duale Strategie» wählen, sollten Sie Ihr Mailkonto, falls möglich, via Imap im Mailprogramm einrichten.Für Ihr Problem, das offenbar durch den Browser ausgelöst wird, sollten Sie folgende Dinge tun: Stellen Sie sicher, dass Sie einen aktuellen Browser verwenden und dieser auf dem neuesten Stand ist.Versuchen Sie Ihr Glück probehalber mit einem alternativen Browser, zum Beispiel Firefox oder Google Chrome.Gewährleisten Sie, dass Sie wichtige Web-Technologien verfügbar haben, insbesondere Flash und Java. Der Browser darf nicht zu restriktiv konfiguriert sein; die Webmail-Anwendungen funktionieren oft nicht, wenn JavaScript oder die Cookies deaktiviert sind. Sicherheit Ich möchte von Webmail auf Thunderbird umsteigen: Im Webmail muss ich suspekte Mails gar nicht erst öffnen, sondern kann sie ungelesen löschen. Funktioniert das auch bei E-Mail-Programmen? Und bietet es einen Sicherheitsgewinn? David Sägesser, Zürich Manche Mailbenutzer versuchen, Risiken zu umgehen. Sie öffnen keine dubiosen Anhänge und löschen zwielichtige Mails ungelesen. Bei Thunderbird ist das ebenfalls möglich, dabei hilft Ihnen die Taste «F8». Sie blendet das Vorschaufenster aus und verhindert so, dass ein Mail allein durch Auswählen angezeigt wird. Diese Methode bewahrt den E-Mail-Nutzer davor, unversehens unappetitliche Bilder aus einem Porno-Spam vor Augen zu haben. Sie bietet aber keine Sicherheit vor Schadenssoftware. Viren und andere Malware nutzen Sicherheitslücken in Browsern, Mailprogrammen und Erweiterungen wie PDF, Flash oder Java gnadenlos aus. Sie können das Betriebssystem infizieren, ohne vorher direkt aufgerufen worden zu sein. Man nennt diese Methode auch «Drive-by-Download», weil Schadenscode «im Vorbeifahren» auf den PC gelangt.Das heisst: Egal, ob Sie nun ein Mailprogramm oder Webmail nutzen – die Strategie der Vorsicht schützt nicht ausreichend. Sie müssen zusätzlich folgende Dinge tun:1) Sie benötigen einen Virenscanner. Welchen Hersteller Sie zum Zug kommen lassen, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass Sie das Sicherheitsprogramm über die automatischen Updates aufdatieren. Falls Sie bislang keinen Virenscanner nutzen und kein Kaufprogramm installieren möchten, empfehle ich Microsoft Security Essentials (kostenlos): www.microsoft.com/security_essentials2) Die Firewall des Betriebssystems sollte eingeschaltet sein. Das Installieren einer Firewall-Anwendung eines Drittherstellers ist hingegen nicht nötig.3) Das Betriebssystem und alle wichtigen Softwarekomponenten müssen aktuell sein: Bei Microsoft sorgt Windows Update dafür, bei Mac OS X tut das die Softwareaktualisierung. Auch Browser, Flash, Java, PDF und andere, für Sicherheitslücken anfällige Software aktualisiert sich regelmässig: Stimmen Sie den Update-Begehren unbedingt zu. Nur die Antivirensoftware verhindert Infektion im Vorbeigehen. Screen: TA Matthias Schüssler Der TA-Experte beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia.Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch

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