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Kantonsregierung: Sozialdemokraten schicken Mario Fehr und Regine Aeppli ins Rennen

Nach der SVP setzt auch die SP auf Besitzstandswahrung. Sie will keinen dritten Sitz in der Regierung anstreben. Ein Wahlverbund mit der EVP wurde abgelehnt.

Von Daniel Schneebeli Zürich – Zwei Ziele haben sich die Parteileitung und der Strategieausschuss der SP für die Regierungsratswahlen im nächsten Frühling gesetzt. Erstens: den Sitz des abtretenden Regierungsrates Markus Notter zu verteidigen und zweitens die bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat zu brechen. Der Parteivorstand schlug dazu die defensive Taktik mit zwei Kandidaten vor, mit der bisherigen Bildungsdirektorin Regine Aeppli und mit Nationalrat Mario Fehr. Diesem Antrag ist die Delegiertenversammlung gestern im Zürcher Volkshaus nach langer Diskussion mit 77:48 Stimmen gefolgt. Parteipräsident Stefan Feldmann hatte an die Versammlung appelliert, auf das Reizvolle – nämlich mit drei Kandidaten anzutreten – zu verzichten und das Realistische zu tun, mit nur zwei Kandidaten anzutreten. Es sei falsch, offensiv zu agieren, wenn man eine Vakanz zu verteidigen habe, sagte Feldmann. Er betonte auch, dass die SP wahrscheinlich allein in den Wahlkampf steigen müsse, wenn sie mit drei Kandidaten komme. Denn die Grünen würden eine Allianz unter diesen Vorzeichen kaum akzeptieren. Aus der Versammlung überwogen in der Debatte die kämpferischen Stimmen. Kantonsrätin Sabine Ziegler witzelte, die bürgerliche Dominanz im Kanton habe offensichtlich auf die Parteileitung abgefärbt, wenn man deren Farblosigkeit betrachte. «Ich will eine freche SP», rief Ziegler in den Saal. Die Grünen bezeichnete sie als Juniorpartnerin, den Takt müsse im rot-grünen Lager die SP angeben. Der Antrag der Parteileitung sei mut- und schwunglos sagte ein anderer. Noch nie habe man mit Fehr, Aeppli und dem dritten Kandidaten, dem Rümlanger Gemeindepräsidenten Thomas Hardegger, ein so schlagkräftiges Kandidatenteam gehabt. Zu den Besonnenen gehörte der Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé: Die linken Stimmen dürften nicht zersplittert werden, das helfe den Bürgerlichen. Ein anderer warnte davor, die Grünen vor den Kopf zu stossen. Achtungserfolg für Hardegger Im zweiten Teil bestimmte die Versammlung, wer neben Aeppli Kandidat sein soll. Favorit Mario Fehr setzte sich mit 77:50 Stimmen durch. Er wurde gelobt als «Kommunikationstalent» und «Menschenfreund», aber auch kritisiert als «Zeitgeistsurfer». Hardegger wurde als kampferprobter Sozialdemokrat aus einem SVP-Gebiet beschrieben. Er sei überzeugend, gradlinig und kompetent. Schliesslich gaben der höhere Bekanntheitsgrad und die grössere Politerfahrung den Ausschlag für Mario Fehr. Thomas Hardegger schnitt allerdings sehr achtbar ab und wurde mit einer stehenden Ovation geehrt. Einen Wahlverbund mit der EVP lehnte die Versammlung gegen den Antrag des Vorstandes mit 63:33 Stimmen ab. Die Partei vertrete in gesellschaftspolitischen Fragen eine total andere Politik, war der Tenor. Die EVP sei gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften und kämpfe mit der EDU gegen den Sterbetourismus, das sei inakzeptabel. Regine Aeppli. Mario Fehr.

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