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Kampfwahl ums Gemeindepräsidium

5 statt 7 Gemeinderatssitze und vier neue Parteien, die ins Rennen um einen Sitz im Parlament steigen: Die Ausgangslage für die Lysser Gemeindewahlen verspricht Spannung.

Der 27.September wird für Lyss ein denkwürdiger Tag. Es gilt, Regierung, Parlament und Gemeindeoberhaupt neu zu wählen. Die Listen liegen nun in ihrer definitiven Version vor (siehe Ausgabe von gestern). Auf jeder der drei Wahlebenen spielt ein spezieller Faktor mit: SP und FDP liefern sich eine Kampfwahl ums Gemeindepräsidium. Vier neue Parteien mischen unter den 123 Anwärtern im Kampf um einen der 40 Sitze im Grossen Gemeinderat mit. Und in der Exekutive dürfen nur noch 5 statt 7 Räte sitzen. Fazit: Alle Posten sind heiss begehrt.

Bisherige wollen wieder

Im November 2008 hat sich das Lysser Stimmvolk für eine Verkleinerung des Gemeinderates von 7 auf 5 Sitze entschieden. 18 Kandidierende wollen einen ergattern – darunter mit Ausnahme von Hermann Moser alle bisherigen Gemeinderäte: Margrit Junker Burkhard (SP), Maja Bühler Gäumann (SP), Andreas Hegg (FDP), Brigitte Hürzeler-Seiler (FDP), Karin Segessenmann-Hegnauer (EVP) und Markus Marti (BDP).

Nach Martis Parteiaustritt bemüht sich die SVP nun mit allen Mitteln, wieder einen Sitz im Gemeinderat besetzen zu können. Um im Kampf um die heiss begehrten Gemeinderatssessel an Stärke zu gewinnen, sind einerseits FDP, SVP und BDP und andererseits die SP mit der EVP eine Listenverbindung eingegangen.

Grösserer Parteienmix

Von den acht Parteien, die Listen eingereicht haben, ist die Hälfte zum ersten Mal dabei: BDP, Grünliberale (GLP), Grüne und EDU wollen ins Parlament. «Es ist für uns ein realistisches Ziel, mit so vielen Sitzen wie möglich im GGR einzuziehen», sagt Jürg Moor, Co-Präsident der GLP Biel/Seeland.

Auch die Grünen sind im Gegensatz zu den Wahlen 2005 bereit für den Kampf und gehen mit sechs Kandidaten an den Start. Für die aktiven Parteien sei diese Zunahme an interessierten Parteien eine Herausforderung, sagt FDP-Fraktionspräsident Stefan Nobs. «Wir sind jedoch zuversichtlich, unsere 11 Sitze im GGR und die 2 Sitze im Gemeinderat verteidigen zu können», so Nobs. Die FDP setzt sich mit einer Liste mit 13 Bisherigen aufs Wahlkarussell. Zwei davon, Anton Clerc und Andreas Hofer, sind Mitglieder der Vereinigung für Gemeindepolitik (VGP), die nicht mehr zu den Wahlen antritt. Dadurch werden im GGR 5 Sitze frei.

Von den 40 bisherigen Parlamentsmitgliedern kandidieren 34 bisherige für die Legislatur 2010–2013. 6 verzichten auf die Wiederwahl: Hans Ammeter und Erich Lüdi (SP) wegen Amtszeitbeschränkung, Peter Löffel und Stefan von Dach (SVP) aus persönlichen Motiven, Erika Briner und Herbert Renfer (beide VGP) wollen sich neu orientieren.

Nebst der FDP will auch die SP ihre 11 Sitze im Parlament behalten. «Das wird sicher nicht ganz einfach», sagt die Co-Präsidentin der SP Lyss Katrin Meister. Die Partei sei jedoch optimistisch und investiere die Kräfte vor allem für die Gemeindepräsidiumswahlen. Margreth Schär (SP) und Andreas Hegg (FDP) werden sich um diesen Posten ein Duell liefern.

Im Griff der FDP

Lyss ist eine FDP-Hochburg: Seit 1895 hat die Partei das Präsidium des Lysser Gemeinderates praktisch durchgehend inne. Einzig zwischen 1970 und 1982 war mit Anton Mäder ein Sozialdemokrat an der Spitze der Seeländer Gemeinde. Hermann Moser ist der siebente Präsident, der für die FDP amtet. Nach 16 Jahren tritt er Ende Jahr als Gemeindepräsident zurück. Margreth Schär wäre das zweite SP-Oberhaupt in der 100-jährigen FDP-Ära. Und zudem die erste Frau an der Gemeindespitze in Lyss überhaupt.

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