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Jetzt das grosse Aufräumen

Trotz einiger Überflutungen und entsprechender Schäden ist das Berner Oberland am Wochenende noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Wiederinstandstellungsarbeiten sind in vollem Gang.

Nach den starken Unwettern hat sich die Lage im Berner Oberland beruhigt. In der am schlimmsten betroffenen Region Stockental haben die Aufräumarbeiten begonnen. «Wir befreien den verstopften Geschiebesammler mit schwerem Gerät von Schlamm und Geröll. Der andere Geschiebesammler im Rubigraben ist zwar nicht ganz voll, aber auch dort wartet viel Arbeit auf uns», sagt Markus Heger. Der Präsident der Schwellenkorporation Fallbach schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere hunderttausend Franken. Der Zivilschutz ist mit über zwei Dutzend Mann im Einsatz, die Schwellenkorporation Fallbach mit fünf Arbeitskräften. Mit Hilfe von Wasserbauingenieuren des Kantons Bern werden die Verantwortlichen in den kommenden Tagen zu prüfen haben, ob und welche Objekte einen verstärkten Hochwasserschutz erfahren müssen und wie diese allfälligen baulichen Massnahmen umzusetzen sind. «Sicher ist, dass die Wiederinstandstellungsarbeiten uns noch wochenlang beschäftigen werden», sagt Markus Heger.Noch ein GewitterEbenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen wurde die Alp Oltscheren zwischen Axalp und der Schwarzwaldalp (siehe gestrige Ausgabe). «Bei einem erneuten Gewitter am Sonntagabend hat es die Alpweiden nochmals überflutet. Der Oltschibach wird sicher noch ein paar Tage braun daherkommen», ist der zuständige Alpschaftspräsident Hans Schild-Santschi überzeugt. Der entstandene Schaden dürfte dort im sechsstelligen Bereich liegen. Mit einem Bagger werden die Geröllmassen entfernt. Schild-Santschi: «Die Bachrinnen sind randvoll.» Entspannt hat sich die Situation unterdessen beim Mehrfamilienhaus an der Neumattstrasse in Spiez, das am Samstag von den Fluten heimgesucht worden ist: Roland Kurzo, Pikettzug-Chef der Feuerwehr Spiez: «Ich ging dort nochmals einen Augenschein nehmen. Ausser des kaputten Personenlifts hat sich die Lage normalisiert, die Keller sind weitgehend abgetrocknet.»Auch der Wanderweg am Spissbach zwischen Lauterbrunnen und Trümmelbach ist seit gestern Mittag wieder begehbar. Am späten Sonntagabend war dieser infolge Hochwassers mit massiven Geschiebeablagerungen gesperrt worden. Der Lauterbrunner Gemeindepräsident Peter Wälchli erleichtert: «Mit Genugtuung können wir feststellen, dass sich die Dammerhöhung, die wir am Spissbach nach dem Hochwasser vor vier Jahren erbaut haben, ausbezahlt hat.»Schadenshöhe: eine MillionDie Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) hat bis jetzt rund hundert Schadenmeldungen aus dem ganzen Kanton Bern entgegengenommen. «Die Schadenshöhe dürfte gegen eine Million Franken betragen», sagt GVB-Sprecherin Rahel Rohrer. Betroffen seien vor allem die Gebiete Langnau, Spiez, Stockental und Axalp. Auch aus der Lenk sind bei der GVB mehrere Schadenmeldungen eingegangen.Verkehr kaum behindertDer Verkehr wurde von den Unwettern grösstenteils verschont: «Wir stellten keine Zwischenfälle und Einschränkungen fest», sagt Bruno Burkhard, Strasseninspektor Oberland Ost, auf Anfrage. Auch sein Thuner Amtskollege Andreas Müller kann Entwarnung geben: «Seit dem späteren Samstagnachmittag ist auch die Stockentalstrasse wieder offen.» Wie weit beim Steinschlag, welcher am Sonntag im Krattiggraben westlich von Leissigen für einen Betriebsunterbruch der BLS geführt hat, ein Zusammenhang mit den starken Regenfällen vom Samstag besteht, ist noch Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Bruno Petroni>

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