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«Ja – hei mir de es Problem?»

Weg von Spezialklassen: Kinder mit besonderem Bildungsbedarf erhalten ihren Stütz- oder Förderunterricht in den Regelklassen. Entsprechend ausgebildete Lehrpersonen arbeiten von Wimmis aus in neun Gemeinden.

Mit grossen Augen schaute der 4-jährige Knirps die Schulleiterin an und fragte: «Hei mir de es Problem?» Marianne Morgenthaler hatte sich eben in der Wimmiser Basisstufe vorgestellt und erklärt, dass man allfällige Probleme gemeinsam lösen wolle. Und es ist normal: Nicht alle Kinder bringen für den schulischen Grundunterricht die gleichen Voraussetzungen mit. Schüler mit besonderem Bildungsbedarf erhalten deshalb eine auf sie ausgerichtete Unterstützung. Unter dem Namen «Integration und besondere Massnahmen» (IBEM) startet jetzt ein neues kantonales Konzept. Im Beispiel Niedersimmental werden die Gemeinden Därstetten, Diemtigen, Erlenbach, Niederstocken, Oberstocken, Oberwil, Reutigen und Zwieselberg von der Trägergemeinde Wimmis aus bedient. Unterricht vor OrtNicht alles ist neu: Bisher war Wimmis für das heilpädagogische Ambulatorium und zwei Kleinklassen zuständig, Oey übernahm die Logopädie, und Spiez bot Psychomotorik an. «Nun werden all diese Massnahmen inklusive Deutsch als Zweitsprache von Wimmis aus organisiert, wo zudem von bisher zwei Kleinklassen nur noch eine verbleibt», informiert Morgenthaler. «Denn die nötige Unterstützung soll hauptsächlich vor Ort erfolgen. Die Lehrpersonen gehen deshalb in die Klassen der angeschlossenen Gemeinden.» Für Kinder mit einem ausgewiesenen Intelligenzquotienten von über 130 ist neu eine Begabtenförderung vorgesehen. Für den auf insgesamt 231 Lektionen ausgebauten Spezialunterricht stehen der IBEM Niedersimmental vierzehn Fachkräfte zur Verfügung. Die Schulleiterin bemerkt: «Für das Angebot der integrativen Förderung – bisher heilpädagogisches Ambulatorium genannt – war es überaus schwierig, neue Leute zu finden. Wir konnten schliesslich zwei Wiedereinsteigerinnen, und dies nur für einen beschränkten Zeitrahmen, gewinnen.» In den neun bedienten Gemeinden gehen derzeit rund 1200 Kinder zur Schule, in den Genuss der besonderen Massnahmen kommen zirka 130 Schülerinnen und Schüler. Akzeptanz ist gestiegenMit der Einbindung der Fördermassnahmen in die Regelklassen steige die Akzeptanz. Man spreche nicht mehr von Hilfsklassen oder gar «Tubelischuel». Trotzdem könne es noch Kinder geben, die sich nicht integrieren liessen. Für diese verbleibe die bereits erwähnte Kleinklasse, neu «Klasse für besondere Förderung» genannt. «Hier werden sie intensiv betreut, falls sie durch irgendeine Situation überfordert sind. Das können auch familiäre oder gesundheitliche Probleme sein», sagt Marianne Morgenthaler. Der Bedarf an Spezialunterricht wird von Fall zu Fall und in Zusammenarbeit mit Eltern sowie Lehrpersonen beurteilt. Der Zusatzunterricht ist für die Eltern kostenlos. Peter Rothacher•www.ibem.ch>

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