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Insel für gestresste Passagiere

Abseits vom Airport-Shopping bieten die Dayrooms wohltuende Ruhe. Ein 15-köpfiges Team versorgt Reisende aus aller Welt, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr.

Von Ravin Marday (Text) und Gesa Lüchinger (Bilder) Kloten – Wer für seine Flugreise den grössten Schweizer Flughafen wählt und sich eine Nacht in den Dayrooms gönnt, dem ist ein besonderes Logiererlebnis sicher. Die im nicht öffentlichen Bereich gelegenen Ruheräume sowie die Ruhezonen mit Stundenliegen sind mit dem Wichtigsten ausgestattet und einfach eingerichtet. Um so spektakulärer ist die Aussicht auf das Flugfeld, wo man vom Bett aus die wenige Meter entfernten Flugzeuge bestaunen kann. Toiletten und Duschen befinden sich auf dem Gang. In jedem der 14 Zimmer stehen ein Waschbecken und ein TV-Gerät, das speziell während der Fussball-WM sehr geschätzt wurde. «Vor allem bei nicht geplanten Unterbrüchen der Reise sind die betroffenen Passagiere besonders dankbar und froh, dass es unsere Dienstleistungen und Angebote gibt», sagt die Leiterin der Dayrooms, Susanne Heule. Als die Aschewolke des isländischen Vulkans den hiesigen Flugverkehr lahmlegte, platzten die Dayrooms aus allen Nähten. Zahlreiche gestrandete Passagiere mussten mit einem Matratzenlager vorliebnehmen. Sie durften wegen fehlenden Visums nicht einreisen, um ein Zimmer in der Region zu nehmen. Auf Pilgerreise Die 40 Betten in den Einzel-, Doppel- oder Familienzimmern sind während der Frühlings- und Sommermonate zu 90 Prozent belegt. Die Preise reichen von 25 Franken für die dreistündige Benützung der Ruheliege bis zu 165 Franken für die Übernachtung im Dreibettzimmer. Sogar gänzlich ausgelastet sind die Dayrooms während oder vor den Hauptreisezeiten zu Ferienbeginn und an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Wenn zur Hadsch-Saison jeweils Millionen von islamischen Pilgern aus allen Winkeln der Welt nach Mekka unterwegs sind und zahlreiche Pilger in Kloten umsteigen, stösst die Unterkunft ebenfalls an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Dayrooms seien ein Ort, wo verschiedene Kulturen und Nationalitäten aufeinandertreffen, so Susanne Heule. Sie schwärmt von «Kindern jeder Hautfarbe, die vergnügt miteinander spielen, während Erwachsene manchmal eher unsere Betreuung brauchen.» Gemütliches Check-in Auch Einheimische nehmen die Annehmlichkeiten und Vorteile einer Übernachtung im Transferbereich des Flughafens zunehmend in Anspruch. Der Charterflug nach Fuerteventura morgens um 6.20 Uhr in der Früh bedeutet für das Ehepaar aus Biel, dass es mitten in der Nacht aufstehen muss, will es Kloten rechtzeitig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Etwas teurer, aber viel bequemer ist die folgende Variante: Anreise an den Flughafen am Vortag, Vorabend-Check-in und Übernachtung in den Dayrooms. Tagwache am nächsten Morgen eine Stunde vor Abflug, gefolgt von einem gemütlichen Spaziergang zum Abfluggate, die Bordkarte bereits in der Hand. Das Frühstück wird im Flugzeug serviert, denn Verpflegung gibt es keine in den Dayrooms. Susanne Heule liegen bereits Reservationen für Dezember vor. Wer regelmässig in Zürich umsteige und den einige Stunden dauernden Transferaufenthalt auf einer bequemen Ruheliege oder in einem Dayroom verbracht habe, werde zum Stammgast, sagt Heule schmunzelnd. Ein Team von 15 Teilzeitmitarbeiterinnen deckt den Schichtbetrieb rund um die Uhr während 365 Tagen im Jahr ab. «Die Arbeit ist abwechslungsreich, und von den Gästen kommt fast nur positives Feedback. Sie sind äusserst dankbar, dass wir ihren Reiseunterbruch mit unserem Service verkürzen», sagt Monalisa Diaz, Mitarbeiterin der Dayrooms. Sie mache interessante Begegnungen mit Passagieren aus aller Welt, was ihr am Job gefalle. Besonderen Eindruck hinterliessen die Momente, wo eine spontane Solidarität unter den Menschen zutage tritt. «Als eine Frau mit ihrem Kleinkind nicht in der Lage war, den Preis für eine Übernachtung zu bezahlen, übernahm ein indischer Geschäftsmann kurzerhand die Kosten. Die Frau und der Mann haben sich vorher noch nie gesehen. Das hat mich tief berührt.» Weitere Informationen sind im Internet abrufbar unter www.flughafen-zuerich.ch Erholen oder austoben – vor dem Take-off finden Eltern in den grosszügigen Spielzimmern genau das Richtige für ihre Jungmannschaft. Ein Ruheraum mit Bettchen kommt dem Baby sehr gelegen, denn möglicherweise will es einen langen Flug ausgeruht antreten. Dem kleinen Bub hingegen fallen die Augen im Flugzeug leichter zu, wenn er kurz vorher beim Spielen seine überschüssige Energie abbauen konnte. Als einer der wenigen Flughäfen weltweit bietet der Flughafen Zürich bei den Gates A und E betreute Familienzonen an. Mit mindestens einer Begleitperson sind Kinder jeden Alters dort willkommen und eingeladen, sich die Zeit vor der Reise zu vertreiben. Im Angebot sind Puppen, Stofftiere, Märchenbücher für die jüngsten Besucher und Computerspiele, «Jöggelikasten», Mal- und Bastelutensilien für die älteren Kinder. Der Service ist kostenlos und allen Passagieren sämtlicher Fluggesellschaften zugänglich. Für Babys stehen Wickeltische und Babypflegemittel zur Verfügung. Gegen Bezahlung gibt es für die Kleinsten Babynahrung, Schnuller und Windeln. (rav) Die Preise reichen von 25 Franken für die dreistündige Benützung der Ruheliege bis zu 165 Franken pro Nacht im Dreibettzimmer. Wo bitte gehts zum Spielraum? Dort können sich die Kleinen unter Aufsicht der Eltern vergnügen. In den Ruheboxen mit Liegebett können sich Passagiere einige Stunden ausruhen. Wer länger bleiben will, nimmt sich ein Zimmer.

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