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In Wetzikon wächst der zweite Jungstorch heran

Auf dem Hochkamin in der Schönau liegt ein Storchenbaby im Nest. Das Jungtier hat aufgrund der guten Witterung überlebt und wird bald flügge sein.

Von Michael von Ledebur Wetzikon – In der Wetziker Schönau ist das Ammenmärchen vom Storch, der Kinder bringt, für einmal wahr geworden. Im Nest auf dem Fabrikkamin liegt, in über 30 Meter Höhe, ein kleines weisses wollknäuelartiges Bündel: ein Storchenbaby. Seit 2007 nisten in Wetzikon wieder Störche. 2008 gelang es dem Storchenpaar, ein Junges aufzuziehen – zum ersten Mal nach 110 Jahren, denn die letzte dokumentierte Storchengeburt datierte vom Jahre 1898. Nun hat es nur gerade drei Jahre bis zur nächsten Erfolgsmeldung gedauert. Dazwischen lagen zwar ebenfalls Eier im Nest, doch die Storchenküken überlebten die heiklen ersten Wochen aufgrund der kühlen Witterung nicht. Dieses Jahr hat der milde Frühling dem Jungstorch geholfen. Geschwister flog aus dem Nest Allerdings gab es auch heuer einen Todesfall im Nest zu verzeichnen. Ursprünglich hatte der kleine Storch ein Geschwisterchen. Dieses wurde aus dem Nest geworfen, wie Anwohner dem Storchenexperten Max Zumbühl berichtet haben. «Vielleicht war es verkrüppelt, oder die Eltern hatten aufgrund der Trockenheit Mühe, ausreichend Futter für zwei Jungtiere aufzutreiben», sagt er. Das Verhalten der Eltern sei aber ungewöhnlich. In Storchennester würden oft drei bis vier Jungen aufgezogen. Solch fruchtbare Nester gibt es in der Region indes kaum je – für Wetzikon ist bereits ein Junges ein Erfolg. «Man muss sehen, dass wir uns in einem Grenzgebiet der Verbreitung befinden», sagt Zumbühl. Über 500 Meter über Meer sei das Wetter meist zu garstig. Tagelanger Regen und Temperaturen unter fünf Grad können leicht zum Tod der schlecht geschützten Jungtiere führen.Eine weitere Gefahr ist der Regen, weil die Jungen im Storchennest ertrinken können. Diese Furcht hegte der Anwohner Hannes Jöhl. Er hat diesen Frühling eigens seine Drainage im Storchennest aufwendig erneuert. Sie soll dafür sorgen, dass das Regenwasser abfliesst. Für den Wetziker Jungstorch sollte das Gröbste überstanden sein. Ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist, lässt sich nicht sagen; dies sei auch bei erwachsenen Tieren schwer festzustellen. Zumbühl schätzt das Alter auf drei Wochen. Noch weitere zwei Wochen wird der Kleine von den Eltern bewacht, wobei sich Vater und Mutter mit der Futtersuche abwechseln. Beringung mit der Feuerwehr Bevor der Jungstorch im Juli flügge wird, muss er noch beringt werden. Dafür muss Max Zumbühl in das Nest in mehr als 30 Meter Höhe vordringen. Hilfe leistet ihm dabei jeweils das Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr Wetzikon-Seegräben. Danach wird sich das Tier auf seine erste grosse Reise begeben. Die hiesigen Störche fliegen über Südfrankreich, Spanien und die Meerenge von Gibraltar zu ihrem Winterquartier in Ghana oder Mali. Und irgendwann wird er wieder nach Wetzikon zurückkehren. Im Juli wird das Junge das Nest auf dem Kamin der Schönau verlassen. Foto: N. Zonvi

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