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In die Hauptrunde gerettet

Deutschland kam an der Handball-WM in Schweden weiter – wie Argentinien.

Von Werner Reimann Als letzte Mannschaft qualifizierte sich Deutschland zum Abschluss der Vorrunde der WM in Schweden dank einem klaren 36:26-Sieg über Tunesien doch noch für die Hauptrunde. Die Deutschen hatten zuvor enttäuscht und sowohl gegen Spanien als auch gegen Frankreich verloren. Bundestrainer Brand hatte seine Leute danach kritisiert: «Handball ist ein körperbetontes Spiel. Wir müssen auf den zentralen Positionen Leute haben, die zeigen:‹Hier sind wir!›» Minimalziel des ehemaligen Weltmeisters ist jetzt Rang 7, der noch zur Teilnahme an einem Olympiaqualifikationsturnier für London 2012 berechtigt. Medaillenchancen hat das Team, dem es derzeit offensichtlich an Führungsspielern fehlt, kaum mehr. Bezeichnend für den Mangel an Leadertypen ist, dass jetzt bei Time-outs wieder nur Brand das Sagen hat. Vor vier Jahren griff in solchen Situationen auch Spielmacher Markus Baur noch wortreich ein. Überzeugendes Frankreich Die Franzosen als Titelverteidiger, Olympiasieger und Europameister wussten hingegen bisher zu überzeugen, auch wenn sie gestern gegen Spanien in der letzten Minute noch den Ausgleich zum 28:28 hinnehmen mussten. Überraschend am französischen Erfolg ist, dass Trainer Claude Onesta gleich mit zwei neuen Leuten im Rückraum antritt, den erst 22-jährigen Xavier Barachet und William Accambray. Die beiden fügen sich nahtlos ins Team ein und sind wohl auch so manchem gegnerischen Trainer noch kaum bekannt – schliesslich hatten sie zuvor erst einige wenige Länderspiele bestritten. Onesta hat sich auch nicht gescheut, mit Linksaussen Samuel Honrubia einen Mann aufzubieten, der mit 35 sein erstes grosses Turnier spielt – in einem Alter, in dem die meisten Handballer längst an Rücktritt denken. Argentinien gelang als einzigem nicht europäischem Land der Sprung unter die besten 12. Die Südamerikaner mit dem hervorragenden deutschstämmigen Torhüter Matias Schulz nutzten den Vorteil, in einer der beiden Vorrundengruppen spielen zu können, der nur drei europäische Vertreter zugelost waren. Denn noch immer wird Weltklasse-Handball fast ausschliesslich in Europa gespielt. Doch die Konkurrenz von anderen Kontinenten rückt näher. Das bewies nicht nur der Überraschungssieg Argentiniens über Gastgeber Schweden. Auch Japan gefiel mit Tempohandball und vermochte Österreich zu schlagen. Und selbst Chile gab bei seinem Debüt nicht den erwartet chancenlosen Underdog. Nur noch ein «Schweizer» dabei Bereits nach Abschluss der Vorrunde sind vier der fünf in der Schweiz spielenden WM-Teilnehmer ausgeschieden. Kadetten-Spielmacher Peter Kukucka sowie die beiden Winterthurer Ladislav Tarhai (6) und Martin Pramuk als Ersatztorhüter konnten nicht verhindern, dass die Slowakei sieglos blieb. Auch dem Linkshänder Rares Jurca (Kadetten Schaffhausen) gelang es nicht, Rumänien zum Erfolg zu führen. Im Turnier verbleibt einzig Kadetten-Torhüter Björgvin Gustavsson, der mit dem bisher wie Dänemark verlustpunktlosen Island gute Chancen hat, in Schweden erneut mindestens den Halbfinal zu erreichen. Die Auswahl aus dem Inselstaat mit seinen bloss 300 000 Einwohnern hatte 2008 bereits Olympiasilber und vor einem Jahr EM-Bronze geholt. Kampf statt Show: Deutschlands Holger Glandorf gegen Tunesien.Foto: Reuters

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