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In der alten Fabrik sorgt viel Glas für mehr Durchblick

Di alt Fabrik in Wädenswil ist während acht Monaten umgebaut worden. Die Neueröffnung wird ab heute mit einem grossen Fest gefeiert.

Von Nicole Trossmann Wädenswil – Die Renovation der alten Fabrik in Wädenswil ist nun abgeschlossen: Von heute an bis zum 2. Oktober wird darum die Neueröffnung gefeiert. Der Umbau sei fällig gewesen, sagt Clemens Vogel, Geschäftsführer der Immobilienverwaltung Gescosa AG. «1979 wandelte man die alte Weberei in ein Einkaufszentrum um, und nun, nach über 30 Jahren, brachten wir die verstaubte Fabrik endlich auf Vordermann.» Lächelnd fügt er an: «Das Auge kauft schliesslich mit.» Die Renovation hat innen und aussen so einiges verändert. Es entstand ein zusätzlicher Eingang Richtung See, für den zwei Rundbogenfenster geopfert wurden. Erst wer durch diese Pforte tritt und zurückblickt, stellt überrascht fest, dass die Glastüren gelb gefärbt sind. Die Farbe rufe unterschiedliche Reaktionen hervor, sagt Vogel. Freude bereiteten hingegen die nun befreiten Säulen, die bis anhin von Wasserablaufrohren «verschandelt» waren. Weiter wurden Gitter, welche die Läden von den Gängen trennten, durch Glaswände ersetzt. Diese geben den Blick nun frei auf Kleider, Velos, Schuhe. Auch beim Bierbrauhaus wurde eine Wand herausgerissen; nun können Besucher durch eine Glasfront den Mitarbeitern beim Brauen über die Schulter gucken. Und das Fadespüeli hat jetzt einen eigenen Eingang; vorher mussten Kunden die Papeterie durchqueren. Grosszügige Lauffläche Die Decken sind neu dunkel und lenken die Aufmerksamkeit so auf die Läden, sagt Vogel. Im oberen Stock wurde der rote Reliefboden ersetzt durch einen glatten, elegant dunkelgrauen. «Ich hätte mir für den unteren Stock auch einen dunklen Boden gewünscht, dort konnte ich mich aber nicht durchsetzen», gibt Vogel zu. Dieser Boden wurde in derselben hellen Farbe erneut gestrichen; seltsam muten darum die vielen Flecken an, die den Boden schäbig aussehen lassen. Schön ist dagegen der neue Glaslift, und die verbreiterten Gänge wirken grosszügig und einladend. Stöckli vergrösserte massiv Zwei Läden kamen neu in Di alt Fabrik: der Bingo-Schuhdiscount und das Kleidergeschäft Blackout, zudem steht nun beim Eingang zum Restaurant Wädi-Brau-Huus ein Bankautomat. Das Damenmodegeschäft Schaad zog in den unteren Stock, Stöckli vergrösserte seine Verkaufsfläche massiv: von 375 auf neu 695 Quadratmeter Aussen rissen Arbeiter 1100 Meter an alten Dachwasser- und Heizungsleitungen heraus, sanierten das Dach und übermalten die gelbliche Fassade mit einem hellen Grau. Nur den charmanten roten Ziegeln über den Rundbogenfenstern, die dunkel übertüncht wurden, trauert der Besucher nach. Das neue Logo prangt selbstbewusst bei allen Eingängen: «di alt fabrik» steht mit modernen, mit Kleinbuchstaben geschriebenen weissen Lettern auf rechteckigem Magenta-Grund. Die frische Schrift passt durch den Kontrast zwar schön zum alten Charme der Fabrik. Nur dass das Rechteck ein Ziegelstein darstellen sollte, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. «Beim Logo wollten wir richtig mutig sein», sagt Vogel. Manchen Besucher habe das modische Logo etwas erschrocken, eine 70-jährige Anwohnerin hingegen, welche die nachts hell strahlende Tafel von ihrem Balkon aus sieht, sei entzückt darob. «Nicht stets Rambazamba» Die Besucher des Einkaufszentrums zeigen sich zufrieden mit dem Umbau. «Schön ruhig ist es; die Musik nicht zu laut», sagt Werner Hochuli aus dem Aargau, einzig die dunkle Decke wirke auf ihn etwas düster. Als er Di alt Fabrik durch den neuen Eingang verlässt, lächelt er ob der gelben Glasscheiben. «So wirkt es wenigstens immer, als sei draussen schönes Wetter.» Emil Meier aus Wädenswil, der von 1941 bis 1956 in der alten Fabrik gearbeitet hatte, lobt die Renovation ebenfalls. «Di alt Fabrik konnte ihren Charme bewahren», sagt er. Nur den fleckigen Boden im unteren Stock betrachtet er mit hochgezogenen Brauen und kommentiert ihn mit «nicht ideal». Neben Hochuli und Meier wimmelt es nicht von Menschen in der alten Fabrik. Obwohl der Umbau die Attraktivität grösstenteils deutlich steigerte, wird das Einkaufszentrum von Kunden auch jetzt nicht überrannt. An diesem Montagmittag schlendern nur etwa ein halbes Dutzend Besucher durch die Läden. «Es ist normal, dass nicht während der ganzen Öffnungszeiten Rambazamba herrscht», sagt Vogel. Den momentanen Mix an Geschäften findet er gut. Vogel gesteht zwar ein, dass die Läden an der Zugerstrasse eine Konkurrenz darstellten. «Dafür haben wir 145 Parkplätze – und bei uns kann man bei strömendem Regen einkaufen, ohne nass zu werden.» Vom 29. September bis 2. Oktober feiert Di alt Fabrik Neueröffnung: mit diversen Sonderaktionen und einem Festbetrieb mit Glücks- und Geschicklichkeitsspielen. Der neu gestaltete Innenraum des Einkaufszentrums Di alt Fabrik in Wädenswil. Foto: Patrick Gutenberg

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