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Im Oberland fanden die Altrocker ein antörnendes Echo

Am Rockin’-Christmas-Festival in der Eishalle Wetzikon spielten Krokus und Uriah Heep vor 3000 Leuten.

Von Simona Werder Wetzikon – Pfiffe dröhnen durch die Wetziker Eishalle. Rauchschwaden steigen von der dunklen Bühne auf. Das Saallicht erlischt. Das Publikum drängt jubelnd nach vorne. Fanfaren erklingen. Mit einem Knall, Feuerspucken und Lichtgewitter tritt die Rockband Krokus ins Rampenlicht und eröffnet mit «Long Stick Goes Boom» fulminant das Hauptakt-Konzert von Rockin’ Christmas. Weiter geht es mit dem Hit «American Woman» vom 1982er-Album «One Vice at a Time». Sänger Marc Storace schreit ins Mikrofon: «Is Wetzikon the rock ’n’ roll capital of the whole fucking world?» Das Publikum schreit, während Krokus den Song «Rock City» anstimmt. Erst beim vierten Lied, «Shot of Love» von 2008, flacht die Stimmung kurzfristig etwas ab, bevor die Halle mit dem Klassiker «Winning Man» wieder zum Kochen gebracht wird. Die hohen Töne noch getroffen Zwar sind die Haare der Krokus-Protagonisten Marc Storace (Gesang), Chris von Rohr (Bass), Fernando von Arb (Gitarre), Mark Kohler (Gitarre) und Freddy Steady (Schlagzeug) angegraut, die Oberkörper nicht mehr so attraktiv wie auch schon und deshalb wohl auch bedeckt. Aber ihrem Hardrock-Groove sind die fünf Mannen treu geblieben. Storace bringt auch heute noch die hohen Hardrocktöne und macht Luftsprünge auf der Bühne. Der Körpereinsatz der Bandmitglieder ist zwar nicht mehr ganz so exzessiv wie in den 80er-Jahren. Die Altrocker sind aber mit Herzblut dabei, feuern das Publikum an, witzeln untereinander. Und die zwei Gitarristen rocken mit überzeugenden Soli ab. Das Repertoire ist ein Gemisch aus den Erfolgsalben «Metal Rendez Vous», «Hardware», «One Vice at a Time», «Headhunter» und dem neuen Album «Hoodoo». Den 3000 Konzertbesuchern in Wetzikon gefällts, und sie singen, headbangen und klatschen fleissig mit. Gekommen sind nicht etwa nur in die Jahre gekommene Rockfans, sondern auch junge Rocker mit langen Haaren, Familien und Kinder. Die Stimmung angeheizt hatten zuerst die Zürcher Oberländer Combo «Lazy Bones» und dann die britische Band «Uriah Heep», die dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Das Highlight des Abends waren aber unangefochten die Solothurner, die es mit den Zugaben «Hoodoo Woman» (2008) und «Bedside Radio» (1980) nochmals richtig krachen liessen. Zum Abschluss des Konzerts sagte Bassist Chris von Rohr: «Je später, desto besser – oder in den Worten von Steve Lee: Late and great.» Die Band stimmte einen Tribute-Song für den Gotthard-Sänger Steve Lee an und verpasste dem Abend mit «Mighty Quinn» eine besinnliche Note. Im Silberkonfettiregen ging der Abend zu Ende.

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