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Illnau-Effretikon: Drei Eselriet-Vorlagen kommen vors Volk

Das Stadtparlament hat nach jahrelangem Zanken ein Projekt abgesegnet, das Sportler erfreut. Im Februar entscheidet das Volk über einen 20-Millionen-Kredit.

Von Nina Santner Illnau-Effretikon – Die Parlamentarier in Illnau-Effretikon haben aus dem Debakel von 2006 gelernt. Am Donnerstag haben sie – unter den wachsamen Augen von Dutzenden Sportvertretern (siehe Nachgefragt) – eine neue Vorlage für die dritte Sanierungsetappe und den Ausbau des Sportzentrums Eselriet abgesegnet. Im Februar kommt sie vors Volk. Hauptvorlage ist ein 14-Millionen-Franken-Kredit für die Erneuerung des Haupttrakts, mit neuen Garderoben, Restaurant und Foyer. Das Parlament hat ihn mit 24 Ja- zu 9 Nein- und einer ungültigen Stimme genehmigt. Diese Vorlage bildet die Voraussetzung für zwei weitere Geschäfte – den Fussball-Allwetterplatz für 2,4 Mio. Franken und die einfache Halle über einem Eisfeld für 4,3 Mio. Nur wenn die Hauptvorlage angenommen wird, können auch die zusätzlichen Projekte realisiert werden. Diese dreigeteilte Vorlage wurde während vier Stunden diskutiert und in der Schlussabstimmung mit 24 Ja, 1 Nein und 8 Enthaltungen aus der SVP-Fraktion angenommen. Unbestritten war einzig der Fussball-Allwetterplatz. Die Mehrheit der Geschäftsprüfungskommission (GPK) wollte die Haupttraktsanierung an den Stadtrat zurückweisen, unterstützt wurde sie von FDP und SVP. Ihre Kritik galt den stetig steigenden Projektkosten. 2006 hätte ein neuer Haupt- und Tribünentrakt 7,9 Mio. Franken gekostet, in der Version von 2008 11 und 2010 kostet allein der Haupttrakt 14 Millionen, rechnete Reto Unterholzner (SVP) vor. «Hier wird für Spitzen mit 3000 Zuschauern gerechnet. Das gibts wohl nur viermal im Jahr», begründete GPK-Sprecher Rainer Hugener (GP) die Mehrheitsmeinung der Kommission. Die GPK scheiterte schliesslich mit ihrem Rückweisungsantrag mit 19 gegen 15 Stimmen (gestern im TA). «Das ist ein stattlicher Nein-Anteil, der Stadtrat wird die Einwände berücksichtigen», sagte André Bättig (FDP), Vorsteher der Abteilung Jugend und Sport. Besonders beim Gastrobereich, der auch von der SP als überdimensioniert kritisiert wurde. Dort sind Innen- und Aussenrestaurants auf 500 m2 vorgesehen, dazu eine 200 m2 grosse Eingangshalle und ein Clubraum. «Mit diesem Konzept kann kein Pächter rentabel wirtschaften», sagte Jürg Gassmann (SP). Besser wäre es, Räume für Wellness oder Physiotherapie einzurichten. Dank für Engagement Ein Antrag von Urs Käppeli (parteilos) aus den drei Vorlagen eine zu machen, scheiterte mit 19 zu 14 Stimmen. Für ein Ja zu allen drei Vorlagen setzten sich SP, GP/GLP, BDP, JLIE, EVP ein. Stadtrat Bättig rechnete vor, dass im Sommer 45 000 Leute ins Sportzentrum kämen, im Winter 25 000. In Effretikon haben die fünf grossen Vereine 1200 Mitglieder. «Sport ist ein Bedürfnis», so Bättig. «Es ist eine Frage des Wollens, nicht des Könnens», sagte Stefan Eichenberger (JLIE). Die Vorlage sei finanzierbar und sie sei ein Zeichen der Dankbarkeit für die ehrenamtliche Arbeit, welche die Vereine leisten. Zudem würden Illnau-Effretikon und Lindau derzeit Investitionen in die Altersheime von 54 Mio. Franken tätigen, die Sportvorlage für Junge koste nur 20 Mio. «Die Jungliberalen tragen beides mit», sagte Eichenberger. Umstritten war auch der zweite Zusatzkredit für die Überdachung der Eishalle. Mit 30 Ja-Stimmen, 2 Nein und einer Enthaltung hielten sich die Parlamentarier an den Vorschlag von Daniel Hari (EVP): «Das Volk soll entscheiden.» Im Februar 2011 ist es so weit.

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