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«Ich werde den Kindern ein Haus bauen»

Marie Meierhofer war Kinderärztin, Kinderpsychiaterin und Rotkreuzärztin. Sie war Mitgründerin des Pestalozzi-Kinderdorfs und schuf das Marie-Meierhofer-Institut für das Kind. Nun wird sie in Bern mit einer Ausstellung geehrt.

«Eigentlich gehört die Ausstellung zu Marie Meierhofer auf den Bundesplatz», sagt Marco Hüttenmoser, Geschäftsführer der Stiftung Archiv Marie Meierhofer und Nachlassverwalter des Meierhofer’schen Lebenswerks. Anlass für die Ausstellung sind die Verdienste der 1909 in Baden AG geborenen und 1998 verstorbenen Aargauer Ärztin, die in diesem Jahr ihren 100.Geburtstag feiern würde. Verdienste der Frauen«Während sich die Männer im Zweiten Weltkrieg in ihren Reduitlöchern versteckt haben und heute noch im Glauben sind, sie hätten damit die Schweiz gerettet, haben vor allem Frauen unter grossem Einsatz und grossen Gefahren die Grenzen überschritten, um dort kriegsgeschädigte Kinder und Erwachsene medizinisch zu betreuen», sagt Marco Hüttenmoser.Meierhofer sei eine dieser Frauen gewesen, so Hüttenmoser. Weil diese Verdienste der Frauen heute in Vergessenheit zu geraten drohten, während diejenigen der Reduitmänner wieder ausgegraben würden, setze sich die Stiftung mit der Ausstellung und einem Buch dagegen zur Wehr. Ziel konsequent verfolgtDie engagierte Aargauer Ärztin war bereits im Kindesalter davon überzeugt: «Wenn ich gross bin, werde ich den Kindern ein Haus bauen.» Tragischer Anlass dieser Überzeugung war der Unfalltod des kleinen Bruders, als Marie Meierhofer gerade sieben Jahre alt war.Konsequent hat sie ihr Ziel verfolgt: Meierhofer studierte Medizin in Zürich, Rom und Wien und spezialisierte sich insbesondere auf Kinderheilkunde und Kinderpsychiatrie. Auf Grund ihrer Verdienste in der Kinderpsychiatrie verlieh ihr die Philosophische Fakultät der Universität Zürich 1974 den Ehrendoktor. Als Rotkreuzärztin pflegte Meierhofer im Krieg an Körper und Seele geschädigte Kinder, war Mitgründerin des Pestalozzi-Kinderdorfs und schuf das Marie-Meierhofer-Institut für das Kind. Ob da ein Kind weint?«Ich horchte in die Nacht hinaus, ob da nicht irgendwo ein Kind weine», sagte Marie Meierhofer, um ihre generelle Sorge um das Kind auszudrücken. Ihr Einsatz für Kinder habe zudem die ausserfamiliäre Betreuung in der Schweiz und in vielen europäischen Ländern grundlegend verändert, so Hüttenmoser. «Ihr Werk hat eine grosse Bedeutung für unsere Zeit.» Heute Abend um 17 Uhr eröffnet die Berner Gemeinderätin Edith Olibet (SP) die Ausstellung «Den Kindern ein Haus bauen» auf der Münsterplattform. Nach Zürich und Bern zieht die Ausstellung weiter nach Baden, dem Geburtsort der Kinderfreundin. Hüttenmoser: «Die Ausstellung symbolisiert das seelische Haus, das Meierhofer den Kindern gebaut hat.»Sonja Bauer>

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