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«Ich habe nichts Spezielles gemacht, um alt zu werden»

Auch mit 100 Jahren bestimmt sie ihr Leben noch weitgehend selbst. Heute kann Juliette Pulfer in Zollikofen Geburtstag feiern.

Juliette Pulfer ist interessiert und geistig aktiv. Das stellt bereits fest, wer im Betagtenheim Zollikofen um einen Gesprächstermin mit der 100-jährigen Dame bittet. «Sie müssen Frau Pulfer direkt anwählen; sie managt ihre Termine selber», heisst es am Telefon. Für den Beruf gelebtDie gepflegte Frau erwartet ihren Besuch freundlich, aber mit Zurückhaltung: «So ein Geburtstag ist recht anstrengend», findet sie. Gross- und Urgrosskinder, Freundinnen und Bekannte haben sie bereits besucht. Nun steht ein Treffen auf dem Hasliberg an, wo die Jubilarin von ihren Verwandten erwartet wird. Extra für den hohen Geburtstag sind sie aus England, Kanada und New York angereist. Juliette Pulfer wurde in Saignelégier (JU) geboren. Nach dem Schulaustritt arbeitete sie als Haushaltshilfe. «Ich wollte gerne Hebamme werden, aber das Geld reichte damals nicht, um einen Beruf zu erlernen», bedauert sie. Trotzdem hat sie sich ihren Wunsch (fast) erfüllt. Sie arbeitete als Schwesternhilfe im Kinderspital Bern und an der Insel, bildete sich weiter und konnte schliesslich «alle Arbeiten einer Krankenschwester verrichten», wie sie stolz erwähnt. Anfangs der 60er-Jahre zog Juliette Pulfer zu ihrer Tochter nach London, arbeitete auch dort in einem Spital und kam nach zwei Jahren zurück nach Zollikofen. Ihr neuer Arbeitsort war das Pflegeheim Favorit. «Mit 81 Jahren habe ich dort aufgehört.» Bei Privaten habe sie aber noch viele Jahre Nachtwache gemacht.Reisen als AbwechslungAbwechslung fand Juliette Pulfer beim Reisen: In ihren Ferien reiste sie zu Tochter und Schwiegersohn, die beruflich oft im Ausland weilten. Syrien, Libanon, Persien und Kuwait hiessen die Stationen. «Ich habe nichts Spezielles gemacht, um 100 Jahre alt zu werden. Ich habe einfach gearbeitet, viel Schönes, aber auch Schweres erlebt», sagt Juliette Pulfer. Dass ihre Knie nicht mehr alles mitmachen, nimmt sie gelassen: «Wichtig ist, dass der Kopf gut ist», meint sie. «Sonst können sie mit einem machen, was sie wollen.» Elsbeth Wagner>

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