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Hunde bedrohen am Katzensee die Feldhasen

Freie Hunde schrecken in den Naturschutzgebieten Wildtiere auf. Im Winter verringert das deren Überlebenschancen.

Von Sibille Schärer Im Naturschutzgebiet um den Katzensee lassen sogar Hundetrainer ihre Vierbeiner frei laufen – trotz Leinenpflicht. Dort schrecken Hunde immer wieder Wildtiere auf. «Einige Hündeler verlassen sogar selbst den Weg und werfen in der geschützten Zone Stöckchen», sagt Tobias Liechti, Chef der «Ranger» vom Informations- und Aufsichtsdienst Katzensee. Für ihn völlig unverständlich ist, dass gar Hundetrainer gegen den Leinenzwang verstossen. «Sprechen die Ranger sie auf den Regelbruch an, antworten diese nur, dass sie ihren Hund im Griff hätten und ihn sicher nicht an die Leine nähmen.» Werden aber überwinternde Tiere wie der Feldhase aufgescheucht, verbrauchen sie sehr viel Energie, und ihre Überlebenschancen verringern sich. Denn sie müssen mit ihren Energiereserven sehr sorgfältig haushalten. Verwarnen statt verzeigen «Bis anhin sind wir freundlich gewesen und haben die fehlbaren Hundehalter nur verwarnt und nicht verzeigt», sagt Liechti. Eine Verzeigung hätte eine Busse von mehreren Hundert Franken zur Folge, ziehe jedoch einen grossen administrativen Aufwand nach sich. Einfacher wäre es, Ordnungsbussen zu verteilen. Im Kanton Schwyz hätten diese bereits Erfolge gezeitigt. «Das Gesetz im Kanton Zürich erlaubt uns das aber nicht.» Vorerst will der Ranger-Chef auf deutlichere Beschilderungen und eine bessere Aufklärung der Tierhalter setzen. «Einige meinen, dass ihr Hund auf dem Pfad nicht angeleint sein muss, sondern nur, wenn sie diesen verlassen.» Regeln im Hundekurs lernen Sei es Unwissen oder bewusstes Missachten der Regeln – gegen die Leinenpflicht wird auch dort verstossen, wo das kantonale Hundegesetz sie vorschreibt (siehe Kasten). «Ich treffe immer wieder Hundehalter, denen nicht bewusst ist, dass ihr Vierbeiner zum Beispiel an verkehrsreichen Strassen an die Leine muss», sagt Christof Benz, Wachtmeister der Gemeindepolizei Oberglatt. Dort ist die Bevölkerung auf das Thema Hunde sensibilisiert, weil im Jahr 2005 drei entwichene Kampfhunde einen kleinen Knaben totbissen. Bescheid wissen sollten jedoch zumindest jene Frauchen und Herrchen, die ihren Vierbeiner nach 2008 angeschafft haben. Denn seither verlangt das Hundegesetz, dass jeder Hundehalter einen Kurs besucht. «Wir kommunizieren während der Lektionen, wo Leinenzwang herrscht», sagt Ruedi Schäfer, Präsident des Kynologischen Vereins Bülach. Für Nelly Born, Präsidentin des Kynologischen Vereins Zürcher Unterland, zeigt das Fehlverhalten der Hündeler, dass viele unvernünftig seien. Zudem hätten sie weder das Wissen noch die Zeit, sich mit dem eigenen Vierbeiner auseinanderzusetzen und sein Verhalten kennen zu lernen. «Die Leinenpflicht ist nur nötig, weil so mancher seinen Hund einfach nicht im Griff hat.» Ins gleiche Horn stösst Ruedi Schäfer: «Jeder vernünftige Mensch nimmt seinen Hund zum Beispiel in der Nähe von Schulhäusern an die Leine.» Nicht alle Hundehalter scheinen diese Vernunft an den Tag zu legen. Denn in Oberglatt herrscht genau in solchen Gebieten Leinenzwang: um den Kindergarten Dickloo, die Sportanlage Chliriet und die Primarschulanlage. Mit den Hündelern in Oberglatt ist Gemeindepolizist Christof Benz allerdings zufrieden: «Die meisten verhalten sich vorbildlich.»

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