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Hindernisse mit dem Rapid überwinden

Bei Töff-Rennen geht es um Geschwindigkeit, beim Rapid-Parcours ums Geniessen. Entsprechend entspannt war die Atmosphäre in Steg.

Steg. - Armin Kunz aus Schlatt bei Winterthur lächelt zufrieden. Der 81-Jährige hat es sich am Samstag auf seinem frisch gewaschenen und polierten Rapid beim Bahnhof Steg bequem gemacht. Den rund 40-jährigen Einachser hatte er vor 20 Jahren gekauft. «Ich fahre noch selbst, habe den ganzen Winter lang Holz damit geschleppt», erzählt er. Ein hübscher Anblick ist sein Anhängerwagen, den der rüs-tige Senior mithilfe seiner Frau mit frischen Blumen geschmückt hat. Organisator Martin Hausammann erzählt, dass die Idee, ein Rapid-Treffen zu veranstalten, ursprünglich von seinem Bruder und einem Kollegen stammt. Inzwischen findet der gesellige Anlass bereits zum 14. Mal statt, angemeldet haben sich 40 Teilnehmer. Am Samstag steht ein Parcours mit fünf Posten auf dem Programm. Tochter Nadia Hausammann zählt die Herausforderungen auf, die die grünen Einachser beziehungsweise ihre Besitzer zu bewältigen haben: ein Geschicklichkeitsparcours, Trottinett fahren, Wissensfragen beantworten, Luftgewehrschiessen und mit dem Rapid auf eine Wippe fahren. Den Parcours gewinnt Markus Cortesi aus Gibswil. Prämiert werden ausserdem Oliver und Nando Bieri aus Steg für den originellsten Wagen. Den dritten Preis überreicht der Organisator an Kurt Roth aus Immensee, da er den weiten Weg gleich mit vier Rapids auf sich genommen hat. Vierstündige Anreise Reto Litschi aus Gibswil schätzt, dass sein Gefährt höchstens 15 Stundenkilometer schafft. Trotzdem macht es ihm Spass, sonntags Ausfahrten mit seinem Oldtimer zu unternehmen - wenn er einmal Zeit dazu hat. Die robusten Einachser sind auch deshalb so beliebt, weil sich daran diverse Geräte anhängen lassen, so etwa ein Schneepflug oder eine Seilwinde. Gegen 13 Uhr trifft Sabina Lattmann in Steg ein. Sie ist mit ihrem Mann und dessen Rapid (Baujahr 1959) aus Bäretswil angereist. Dafür brauchten sie fast vier Stunden. «Wir machten eine gemütliche Picknickfahrt und fuhren durch Sternenberg und übers Hörnli», erzählt sie. Den Rapid benötigt das Ehepaar sonst vor allem zum Holztransport - weil es mit Holz heizt. Ihre ersten Einachser stellte die Firma Rapid 1926 her. «Davon sind in der Schweiz heute nur noch fünf im Umlauf, und die befinden sich eigentlich alle in Museen», sagt Angelo Caccese, der im Unternehmen für den Einkauf verantwortlich ist. Rapids aus den 50er-Jahren kann man bei den jährlichen Treffen noch einige bestaunen. Karin Eicher aus Fischenthal gibt zu, dass sie zwischen dem Rapid Motormäher ihres Lebenspartners und den Einachsern keinen Unterschied erkennen kann. Was ihr an den Treffen gefällt, ist das Ambiente. «Ich kenne die meisten Leute. Wir sitzen gemütlich zusammen und fachsimpeln über die Maschinen.»

Rapid-Mobil in Steg anstatt Lovemobile an der Street Parade: Oliver Bieri startet seinen geschmückten Rapid Spezial. Armin Kunz. Martin Hausammann. Karin Eicher.

Reto Litschi.

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