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Heimleiter des Zentrums Sunnegarte beurlaubt

Wegen interner Vorwürfe ist ein Heimleiter in Bubikon per sofort beurlaubt worden. Bereits 2008 sorgte er im Kanton Basel-Landschaft für Schlagzeilen.

Von Stefan Krähenbühl Bubikon – Seit Monaten klagen Angestellte über Stefan Thomer, den Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Sunnegarte in Bubikon. Von Zerwürfnissen ist die Rede, von Kündigungen, Maulkörben, von Tränen und Wut. Am Montag zog der Verwaltungsrat der Zentrum Sunnegarte AG die Notbremse. Thomer wurde per sofort beurlaubt. Wie ein Insider aus Bubikon berichtet, hat die Zusammenarbeit zwischen Thomer, der sein Amt in Bubikon Anfang 2009 übernahm, und dem Personal im Zentrum nicht funktioniert. «Der Leiter hat sich als Tyrann entpuppt», so der Informant, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Genauso wenig wie alle anderen zahlreichen Betroffenen. Die Fronten sind verhärtet, Anwälte eingeschaltet. Die nervliche Belastung ist gross. Inzwischen sind bei der Zentrumsleitung mindestens vier Kündigungen eingegangen. Zwei davon kommen von Mitgliedern aus der Geschäftsleitung. Offener Brief an Gemeinderat Die Reaktion auf die internen Zerwürfnisse folgte postwendend. Erst forderte Thomer angeblich Angestellte auf, eine Vereinbarung über Stillschweigen zu unterzeichnen. Letzten Freitag fand eine Informationsveranstaltung statt, in welcher der Heimleiter zu den Vorwürfen Stellung nehmen wollte. «Die Angestellten schossen aus allen Rohren», sagt der Insider. Weil er die Zustände für nicht länger tragbar hielt, schrieb der Bubiker einen offenen Brief an den Gemeinderat. «Wie lange will man noch zusehen und den Betrieb des Altersheims auf ein Minimum zurückfahren? Die Angestellten schaffen es unter diesen Umständen fast nicht mehr», schreibt dieser. Die Antwort von Gemeindepräsident Bruno Franceschini spricht für sich: «Deine Sorgen sind auch unsere Sorgen.» Die Politische Gemeinde stellt als Aktionär der Zentrum Sunnegarte AG ein Mitglied im Verwaltungsrat. Dieser Verwaltungsrat geht zurzeit den Vorwürfen gegen Thomer nach. «Wir nehmen die Vorwürfe ernst», sagt Verwaltungsratspräsident Peter Hauzenberger. «Es sind Dinge passiert, die teils neu, teils bekannt und uns teils aber auch unerklärlich sind.» Stefan Thomer ist als Heimleiter kein unbeschriebenes Blatt. Bereits in Aesch im Kanton Basel-Landschaft, wo er vor seiner Anstellung in Bubikon im Alterszentrum Im Brüel arbeitete, kam es zu internen Streitigkeiten. Mehrere Medien berichteten im April 2008 darüber. Am Ende dieses Monats wurde Thomer als Zentrumsleiter durch den Stiftungsrat freigestellt. Zum Zeitpunkt seiner Anstellung in Bubikon war das Zentrum Sunnegarte noch ein Betrieb der Gemeinde. Gemeinderat und Findungskommission, die für den abtretenden Leiter Hansruedi Mettler einen Nachfolger suchten, waren über die Ereignisse in Aesch informiert. Die positiven Referenzen hätten für Thomer gesprochen, sagt Bruno Franceschini. Er distanziert sich davon, die Fehler für den Zwist im Sunnegarte allein beim Heimleiter zu suchen. «Fachlich kann man ihm nichts vorwerfen», sagt er. Mit der Nachfolge von Hansruedi Mettler dürfte Thomer ein schweres Erbe angetreten haben. «Es ist eine Illusion zu glauben, dass ein Wechsel ohne Probleme hätte vonstatten gehen können.»

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