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Harry Beyeler lebt für die Pilze

Der 81-jährige Harry Beyeler aus Zollikofen war über 40 Jahre als Pilzkontrolleur tätig. Die letzten 30 Jahre stand er mit seinem breiten Wissen der Pilzkontrolle Zollikofen zur Verfügung. Nun hat er den Rücktritt gegeben.

Pilze prägten Harry Beyelers Leben, seit er denken kann. Verbunden mit Streifzügen durch die Wälder der Umgebung. «Bei jeder Jahreszeit», wie er betont. Ob dies das Rezept für seine jugendliche Ausstrahlung ist? Beyeler weiss es nicht, und winkt bescheiden ab. Obschon, vielleicht sei es die Zufriedenheit, die damit zusammenhänge, sinniert er. Der pensionierte, selbstständige Schneider hat zeit seines Lebens nie nach den Sternen gegriffen. So wohnt er seit 49 Jahren in seiner gemütlichen Blockwohnung am Zelgweg in Zollikofen. Genauso lang ist er auch mit seiner Frau Rosemarie verheiratet. Diese sei ihm immer eine Stütze gewesen, sagt er, und strahlt dabei. Beim Nähen genauso wie beim Pilzesammeln. Diplome und EhrungenWas der Vater von zwei erwachsenen Söhnen schon mit sechs Jahren von seinem Vater lernte, wurde zu einer lebenslangen Leidenschaft. Und führte dazu, dass er sein breites und fundiertes Wissen als Pilzkontrolleur weitergeben konnte. «Insgesamt 42 Jahre lang habe ich dieses Amt ausgeführt», sagt er. Und blickt stolz auf die Ehrenurkunde und das gerahmte Pilzkontrolleurdiplom aus dem Jahr 1979 an der Stubenwand. Angefangen habe alles beim Pilzverein Zollikofen, für den er über zehn Jahre als Schreiber und Pilzkontrolleur tätig war. Damals sei die Kontrolle noch nicht über die Gemeinde gelaufen, erzählt Beyeler. Später holte diese ihn dann für das inzwischen bezahlte Amt. Diesem Amt blieb er bis letzten Oktober treu. Unzählige Pilze gingen so einmal in der Woche über den Kontrolltisch von Beyeler. Sein Vater kannte, wie die meisten damals, gerade mal sechs Sorten Pilze. Sohn Harry konnte bis zu 170 Sorten bestimmen. Trotzdem sortierte Harry Beyeler beim geringsten Zweifel die nicht typisierbaren aus. So habe es in seiner Wirkungszeit glücklicherweise auch nie Krankheitsfälle gegeben. Aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz weiss Beyeler aber auch von anderen Fällen zu erzählen. Von Leuten, die nicht kontrollierte Pilze gegessen hätten. Denn immer wieder würden giftige Sorten mit fast identisch aussehenden Speisepilzen verwechselt.Bleibt ein SammlerUm solche fatalen Irrtümer auch beim Kontrollieren auszuschliessen, gelte es auf die kleinsten Merkmale zu achten. Daher greift Beyeler ab und zu gerne auf seine alten, vom vielen Gebrauch abgegriffenen Pilz- Bildbände zurück. Innerhalb von 56 Gattungen gebe es Tausende von Sorten, veranschaulicht er. 18 Sorten allein bei der hochgiftigen Knollenblättegattung. Auf der offiziellen Pilzkontrollliste der Gemeinde seien allerdings nur die 76 gängigsten aufgeführt, so der Fachmann, der am liebsten Pilzgerichte isst. Auch wenn Beyeler nun nicht mehr von Amtes wegen Pilze kontrolliert, bleibt er diesen treu. Regelmässig geht er mit seiner Frau auf Pilzpirsch oder in die Berge. Oder beobachtet an der Aare Biberverbauungen. Und nimmt auf der Suche nach Pilzen nicht selten jene mit, die andere aus Mangel an Kenntnissen stehen gelassen haben. Lilo Lévy-Moser >

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