Zum Hauptinhalt springen

Grosses «Fly-In» der gelben Doppeldecker

An den Oldtimer-Flugtagen in Kestenholz werden 50 Bücker gezeigt. Organisiert wird das «Fly-In» vom Swiss Bücker Squadron.

Die «Fly-Ins» haben für die Swiss Bücker Squadron Tradition: Seit sich die fünf Piloten Roger Mathys (Büren an der Aare), Paul Zeltner (Neuendorf), Daniel Knutti (Evilard) und Viktor Hugi (Tscheppach) um Leader Paul Misteli (Aetigkofen) sich im Jahr 2004 als «The Old Eagles - Swiss Bücher Squadron» zusammen taten, laden sie ihre Kollegen mit ihren fliegenden Kisten regelmässig zu «Fly-Ins» ein. Zwei, drei Dutzend fanden in den Jahren 2005 und 2007 den Weg zum Flughafen Grenchen. Dieses Jahr findet dieses «Stelldichein der Angefressenen» während der Oldtimer-Flugtage vom 22. und 23. August in Kestenholz statt. Im Zentrum dieser Zusammenkünfte steht das Fachsimpeln, der Informationsaustausch – und die Suche nach Ersatzteilen. Misteli: «Diese werden langsam rar und man ist froh, über ein gutes Netzwerk zu verfügen.» Für den Event in Kestenholz versprach Misteli in einem Gespräch noch ein Supplement. An den beiden Tagen wird sich die Staffel in zwei Flugschaus präsentieren. Misteli weiter: «Alle Maschinen sind in tadellosem technischen Zustand.» Die Piloten, die über die entsprechenden Bewilligungen verfügen, pflegen und warten ihre Schmuckstücke in unzähligen Stunden selbst.Hinten die «Starken»Angeführt wir die Staffel von Squadron Leader Misteli im roten Bücker Jungmann HB-UVU. Die Maschine wurde 1954 für die spanische Luftwaffe gebaut, war ursprünglich silberfarben und hat noch das originale 150-PS-Triebwerk. Während einer Revision erhielt sie ihr rotes Kleid, das sie zur «Red Ballerina» werden liess. Ebenfalls mit den noch originalen Motoren sind die Flügelmänner 2 und 3, Mathys und Zeltner, mit ihren Bücker Jungmeister unterwegs. Sie fliegen direkt hinter Misteli. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die Sternmotoren, deren sternförmig angeordneten Kolben hinter dem Propeller zu erkennen sind. Den Schluss der Staffel bilden Knutti und Hugi mit Flugzeugen des Typs Jungmann. Die Flugzeuge der Nummern 3 bis 4 wurden 1936 für die Schweizer Luftwaffe in Berlin Rangsdorf gebaut. Auch Hugis Flugzeug diente in der Schweizer Luftwaffe. Dabei handelt es sich aber um einen 1939 in den Flugzeugwerken Altenrhein in Lizenz hergestellten Schweizer Eigenbau. Die unterschiedlichen Maschinen erklären auch deren Anordnung: Je leistungsfähiger ein Flugzeug ist, desto weiter hinten in der Staffel fliegt es. Damit keiner den Faden verliert. Misteli: «Wenn das stärkste Flugzeug vorne weg brettern würde, hätten die nachfolgenden Mühe, die Formation zu halten.»5000 Flugzeuge produziertBegründer der Berliner Bücker Flugzeugwerke ist der deutsche Marineflieger Carl Clemens Bücker, der während des Ersten Weltkriegs flog. In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Chefkonstrukteur Anders J. Anderson wurde als erstes Flugzeug die zweisitzige Bücker 131 Jungmann entwickelt. Der Erstflug des Prototyps fand vor 75 Jahren statt. Insgesamt wurden rund 5000 Maschinen produziert, 2000 davon in Lizenz. Beim Modell Bücker 133 Jungmeister, dessen Jungfernflug ein Jahr später erfolgte, handelt es sich um eine einsitzige Version des Flugzeugs. Die Schweizer Luftwaffe besass insgesamt 88 Bücker, die zwischen 1936 und 1971 im Einsatz standen.Die nicht alltäglichen Bezeichnungen Jungmann und Jungmeister liegen in der Biografie von Marineflieger Carl Bücker begründet. Es handelt sich dabei um Marinedienstgrade.Hanspeter Flückiger>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch