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Goalies auf verlorenem Posten

Beim 23:34 gegen Kadetten gab es für die Schlussmänner von GC Amicitia wenig zu halten. Die Zürcher Handballer müssen in die Abstiegsrunde.

Von Werner Reimann, Zürich Eigentlich ist die «Hackordnung» unter den Torhütern von GC Amicitia klar: Der 37-jährige Arunas Vaskevicius ist die Nummer eins vor dem 14 Jahre jüngeren Aurel Bringolf. Dass aber gestern im entscheidenden letzten Spiel der Qualifikationsrunde gegen Kadetten Schaffhausen Bringolf und nicht Vaskevicius begann, konnte trotzdem nicht überraschen. Denn seit klar ist, dass die Zürcher sich den litauischen Nationalgoalie in der nächsten Saison nicht mehr leisten können, setzt Trainer Urs Mühlethaler vermehrt auf den aus den eigenen Reihen hervorgegangenen Bringolf. Doch gegen den Titelverteidiger und Tabellenführer aus Schaffhausen hatte Bringolf einen schweren Stand. Nur bis zum 4:4 konnte GC Amicitia mithalten, dann zogen die Kadetten innert weniger Minuten auf 9:4 davon, und zur Pause hiess es schon 20:10. Zu oft liessen ihn seine Vorderleute im Stich, und die gegnerischen Angreifer kamen aus der Nähe frei zum Schuss. Der verletzte Abwehrchef Daniel Fellmann fehlte den Zürchern sichtlich. «Mit ihm sind wir seit Jahren eingespielt. Und ausgerechnet gegen Kadetten mit einer umformierten Verteidigung antreten zu müssen, ist doppelt schwierig», begründete Bringolf die schwache Abwehrleistung seiner Mannschaft. Keine Geschenke an neuen Klub Ganze zwei Bälle vermochte der Torhüter von GC Amicitia unter diesen Umständen in den ersten 30 Minuten abzuwehren. Deshalb stellte sich nach der Pause dann doch noch Arunas Vaskevicius zwischen die Pfosten. «Das war auch ein Zeichen an das ganze Team, da habe ich nichts dagegen», kommentierte Bringolf den Trainerentscheid sportlich fair. Der Auftritt von Vaskevicius war besonders brisant, weil am vergangenen Montag bekannt geworden war, dass Kadetten Schaffhausen den Routinier für die nächsten zwei Jahre verpflichten wird. «Ich habe noch einen Vertrag mit GC Amicitia bis Ende Saison und werde den hundertprozentig erfüllen», hatte der Profi im Vorfeld des Spiels schon deutlich gemacht. Mit einer ersten Parade nach fünf Minuten zeigte Vaskevicius, dass er gegen seinen neuen Klub zu keinen Geschenken bereit war. Wenig später wehrte er gar einen Penalty von Iwan Ursic ab, und bis zum Schluss kamen immerhin noch zwei weitere Paraden hinzu. Mehr zu halten gab es auch für den Ersatzmann nicht. «Die Schaffhauser haben uns mit Gegenstössen und vom Kreis einfache Bälle reingemacht», musste auch er erkennen. Weil die Schaffhauser im Hinblick auf das schwere Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Montpellier vom kommenden Donnerstag in Winterthur Kräfte schonten, vergrösserte sich der Rückstand in der zweiten Halbzeit nur noch unwesentlich. GC Amicitia verlor schliesslich 23:34. Und weil der BSV Bern gleichzeitig die Lakers Stäfa 35:24 schlug, müssen die Zürcher jetzt definitiv in die Abstiegsrunde. Gegen Kadetten mit elf Toren zu verlieren, sei nicht schlimm, meinte Trainer Urs Mühlethaler nach der vorhersehbaren Niederlage. «Aber meine Spieler machen immer wieder die gleichen Fehler und lernen nicht hinzu.» In der Abstiegsrunde gegen leichtere Gegner sollte sich seine junge Mannschaft stabilisieren können, hofft er. GC-Amicitia-Torhüter Arunas Vaskevicius wurde von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen.Foto: Sophie Stieger

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