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Goalie Leite liess YB verzweifeln

Der Winterthurer war der Matchwinner im Penaltyschiessen. Der nächste Cup-Gegner ist St. Gallen.

Von Peter Herzog, Winterthur 6000 Zuschauer kamen auf die Schützenwiese, und hinterher war die Mehrzahl in Freudenstimmung. Sie liessen ihren FCW hochleben, der mit einer kämpferisch und taktisch einwandfreien Leistung und ein bisschen Glück die Young Boys aus dem Schweizer Cup warf. Im Zentrum des Jubels standen Torhüter Christian Leite und Stürmer Patrick Bengondo. Der Kameruner hatte wenige Sekunden nach der Pause YB überrascht, als er eine Flanke von Lüscher zur 1:0-Führung verwertete. Und Leite rettete mit starken Paraden gegen Mayuka (116.) und gegen den Kopfball von Ojala (118.) seine Mannschaft in die Penaltylotterie – und da wurde er zum Cuphelden. Als es um alles ging, war YB dem Druck nicht gewachsen. Leite wehrte die Elfmeter von Farnerud, Raimondi und Nuzzolo ab, nur Spycher und Degen trafen. Die Winterthurer aber nutzten ihre Möglichkeiten, Lüscher, Iten und Llumnica liessen Wölfli keine Chance, ehe Lenjani am YB-Goalie scheiterte.Leite hatte gegen Farnerud ein regelrechtes Nervenspiel gewonnen. Der Schwede war der erste Penaltyschütze von YB. Er wählte die vom Goalie aus gesehen linke Ecke, und Leite wehrte ab; Schiedsrichter Wermelinger liess den Elfmeter wiederholen, da sich der Goalie zu früh bewegt hatte. Farnerud wechselte beim zweiten Versuch die Torecke, und wieder tauchte Leite auf die richtige Seite.«Die Penaltys waren alle nicht gut geschossen. Auch den Schuss von Degen hätte ich abwehren müssen», sagte Leite. In der Stunde des Triumphs fallen solche Worte leicht, und auch mit der Viertelfinalauslosung sind die Winterthurer zufrieden. Der FC St. Gallen kommt auf die Schützenwiese – das ist ein Derby. Bengondo ist wieder zu Hause Der Cup lässt die Winterthurer zumindest vorübergehend auch die Mühen in der Challenge League vergessen. In der Meisterschaft ist der FCW noch ohne Heimsieg, doch ausgerechnet gegen den Superligisten schaffte er nun den grössten Cuperfolg seit 2005, als er im Sechzehntelfinal GC 4:2 schlug und erst im Halbfinal von Sion gestoppt wurde. Damals gegen GC war Patrick Bengondo mit drei Toren zum Publikumsliebling auf der Schützenwiese geworden. Es folgten Abstecher zu Aarau und Servette. Zu Beginn dieser Saison war er ohne Vertrag und ohne Verein, ehe er wieder beim FCW unterkam. Die Spielbewilligung erhielten die Winterthurer dank einem Härtefallgesuch ausserhalb der Transferperiode. Nach zwei Teileinsätzen gegen Locarno und Delémont war er gegen YB erstmals wieder in der Startformation und ackerte als einzige Sturmspitze im 4-1-4-1-System gegen die YB-Verteidiger Nef und Veskovac. Mit einem Kopfball an die Latte hatte er zudem Pech, doch hinterher durfte Bengondo jubeln: «Das war mein Spiel.» Und Trainer Boro Kuzmanovic frohlockte: «YB ist für mich aufgrund der letzten Jahre ein Gigant. Es ist eine Sensation, ein Genuss.» Mit vier Millionen Franken hat der FCW das zehnmal kleinere Budget als die Young Boys.

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