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Ghadhafi trotzt den Angriffen und rekrutiert neue Söldner

Libyens Regime drängt die Rebellen zurück. Der Westen wertet seine Offensive dennoch als Erfolg.

Von Oliver Meiler, Marseille Die Luftschläge der internationalen Koalition der Willigen können das Regime von Muammar al-Ghadhafi bisher nicht stoppen. Auch drei Tage nach dem Beginn einer massiven westlichen Offensive zur Errichtung einer Flugverbotszone, bei der auch viele libysche Militäranlagen attackiert wurden, haben die Loyalisten in mehreren Städten ihre Gegenoffensive gegen die Aufständischen am Boden wieder verstärkt. Vor allem in Misrata, der drittgrössten Stadt Libyens, wüteten am Dienstag heftige Kämpfe. Ghadhafis Truppen setzten dabei schwere Artillerie und Raketen ein gegen die schlecht bewaffneten und organisierten Rebellen. Es gab auch Berichte, wonach das Regime gezielt Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetze. Gewichtigere Rolle für Nato Wie die Wirtschaftszeitung «Financial Times» am Dienstag berichtete, verfügt Ghadhafi über rund 150 Tonnen Gold – eine Notreserve im Gegenwert von etwa 6,5 Milliarden Dollar. An finanziellen Mitteln mangelt es ihm also nicht, wohl aber an Truppen. Laut libyschen Dissidenten rekrutiert der Herrscher weiterhin Söldner aus den südlichen Nachbarländern, denen er pro getöteten Rebellen offenbar eine Prämie auszahlt. Einen ersten operationellen Zwischenfall erlitten die internationalen Streitkräfte, als ein US-Kampfjet wegen technischer Probleme abstürzte. Die beiden Piloten konnten sich dank ihren Schleudersitzen retten und blieben unverletzt. Die USA bekräftigten am Dienstag, dass sie das Kommando der international kritisierten Operation «Odyssey Dawn» bald abgeben wollten. Ein Grossteil der visierten Ziele sei zerstört, hiess es, die No-fly-Zone installiert. Frankreichs Staatspräsident Sarkozy verständigte sich gestern Abend mit US-Präsident Obama darauf, dass der Nato eine gewichtigere Rolle beim Militäreinsatz gegen Libyen zukommen soll. Das Büro des britischen Premierministers Cameron teilte mit, dass dieser und Obama sich ebenso darauf geeinigt hätten, der Nato eine Schlüsselrolle zukommen zu lassen. Unterdessen bestärkten China, Russland und Brasilien ihre Aversion gegen die Militäroperation: Sie forderten eine sofortige Waffenruhe – auch seitens der internationalen Koalition.– Seite 3 Krieg in Libyen Kommentar: Die Mitglieder der Arabischen Liga haben sich verkalkuliert. –Seite 2 Ex-Aussenminister Fischer spricht von einem «skandalösen Fehler» der Deutschen. –Seite 3

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