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Gespräche mit Alleinstehenden und Senioren

Im Advent besuchen Freiwillige der reformierten Kirche Wetzikon Alte und Verwitwete.

Von Fabienne Würth Wetzikon – Margrit Widmer steht auf der Schwelle ihres Hauses hoch über Ettenhausen und winkt Doris Teuscher schon von Weitem zu. Teuscher leitet die Adventsbesuche der Reformierten Kirche Wetzikon: Freiwillige der Kirchgemeinde besuchen bis Weihnachten Personen, die ledig und über 80 Jahre alt sind oder im laufenden Jahr ihren Partner verloren haben. In diesem Jahr sind es 400 Mitglieder der Kirchgemeinde, die von 104 Freiwilligen im Alter von 35 bis 80 Jahren eine Aufwartung erhalten. Als Geschenk bekommen sie eine Weihnachtskarte und einen Gutschein im Wert von 20 Franken, den sie bei zehn Wetziker Geschäften, etwa einer Buchhandlung oder einem Milchladen, einlösen können. Während sich Teuscher im Entree die Schneeflocken aus dem Mantel klopft, kocht Widmer Kaffee. «Seit mein Mann vor vier Jahren gestorben ist, besucht mich Doris Teuscher in jedem Advent», sagt die 84-Jährige. Teuscher erklärt: «Wir wechseln Besucher und Besuchte nicht – jedes Jahr treffen sich die gleichen Paare.» Es sei denn, die Chemie stimmt nicht. Dies sei aber sehr selten der Fall, sagt Teuscher, die die Paare nach ihrem – offensichtlich zuverlässigen – Bauchgefühl zusammenbringt. Beziehungen zu schaffen, sei denn auch Ziel der Adventsbesuche. Gutes Herz als Voraussetzung Bereits in den 70er Jahren gab es in Wetzikon Besuche von der reformierten Kirche während der Adventszeit. Damals ging man zu Bedürftigen, bis man sich aufgrund der Nachfrage Anfang der 80er Jahre auf die heutige Zielgruppe zu konzentrieren begann. Seit rund zehn Jahren sind es konstant gegen 100 Personen, die ehrenamtlich die Besuche machen. Wo aber findet man so viele Freiwillige? «Ich rekrutiere in meinem Bekanntenkreis», sagt Teuscher. «Zudem lege ich den Besuchern immer wieder nahe, auch andere für diese Aufgabe zu motivieren.» Wer Besucher werden wolle, müsse vor allem ein gutes Herz mitbringen. «In meinen Augen sind die Adventsbesuche eine schöne Verpflichtung»,sagt Teuscher. «Sie finden in einer besinnlichen Zeit statt und bringen ein Licht in die Wohnzimmer.» Anmeldung unerlässlich Mit der Planung beginnt Teuscher jeweils im September. Als erstes kontaktiert sie die Personen, die neu für die Adventsbesuche infrage kommen – die also entweder ledig und 80 Jahre alt geworden oder neu verwitwet sind. Mitte November haben die Freiwilligen dann Post von Teuscher im Briefkasten: «Darin informieren wir, wen sie in diesem Jahr besuchen dürfen.» Danach vereinbart der Besuchende mit dem Besuchten einen Termin – unangemeldet geht niemand vorbei.

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