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«Für mich wars nur ein Hüpfer»

Der 12-jährige Dielsdorfer Victor Ivanov stürzt sich für einen Film von einer Klippe in die Maggia. Der kühne Sprung wird im Kino zu sehen sein.

Von Beatrix Bächtold Dielsdorf – «Als ich die Fotos von meinem Stunt in der Klasse zeigte, sagten mir einige Kollegen, dass ich spinne», erzählt Victor Ivanov. Der Sechstklässler aus Dielsdorf zuckt lässig mit den Schultern. «Auf den Fotos sieht es gefährlich aus», fügt er hinzu. Doch in Wirklichkeit sei alles nur halb so schlimm gewesen. «Es war einfach nur ein Hüpfer für mich», sagt er und führt gleich auf dem Wohnzimmerteppich vor, wie sich die Szene in etwa abgespielt hat. Der Sprung vom sieben Meter hohen Felsvorsprung in die blaugrüne Maggia ist eine Sequenz aus einem Schweizer Film, der wohl noch dieses Jahr in die Kinos kommen wird. Der 90-minütige Streifen mit dem Titel «Jump» ist eine Koproduktion von Hugo Film und RSI Radiotelevisione svizzera. Erzählt wird die Geschichte einer Frau aus der Grossstadt, die in das idyllische Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt und dort Liebe und Glück findet. Victor doubelt ihren Filmsohn. Einbeinig ein Joghurt essen Ein Freund von Victors Vater arbeitet in der Filmproduktion. Dieser suchte einen Schüler, der vom Aussehen und von den sportlichen Anforderungen her für den Stunt geeignet war. «Ich war sofort einverstanden», berichtet Victor. Seine Mutter Sara unterrichtet in Niederweningen Sport an der Oberstufe. Victors Vater Alexei bildet Artisten in der Tessiner Scuola Teatro Dimitri aus. Ohne Bedenken gaben sie ihrem Sohn die Einwilligung. Victor sandte darauf einen Bewerbungsfilm zum Stunt-Casting. «Darauf ist zu sehen, wie ich meinem Vater mit einem Bein auf dem Kopf stehe und dabei ein Himbeerjoghurt esse», sagt er. Diese Demonstration überzeugte Cinédokké, die Gesellschaft, welche das Casting durchführte. Victor bekam die Stuntrolle. Die Schule genehmigte ihm für seinen Einsatz im Dienste der Schweizer Kultur freie Tage. «Meine Kollegen haben mich am Anfang ausgefragt und bewundert», so Victor. «Doch das hat sich mittlerweile gelegt. Darüber bin ich froh, denn ich bin doch kein Obermacho.» Im Sommer 2010 reiste der junge Stuntman zu den Dreharbeiten ins Tessin. Dort bekam Victor die gleiche Frisur und die gleichen Kleider wie der Originalschauspieler, und schon bald waren die beiden fast nicht mehr zu unterscheiden. «Der Schauspieler redete italienisch. Ich nicht. Wir unterhielten uns auf Französisch», erinnert sich Victor. Insgesamt achtmal sprang er von der Klippe. «Die Filmleute warfen einen Stein ins Wasser, damit ich wusste, wo ich genau landen sollte.» Rettungsschwimmer standen zudem bereit, während die Kameras surrten. «Es war sehr lustig, und mein Taschengeld wurde etwas aufgebessert», bilanziert Victor. Aber am meisten Eindruck habe es ihm gemacht, einmal hinter die Kulissen einer Filmproduktion zu schauen. «Neben Bäcker und Beleuchtungstechniker wäre Stuntman mein Traumberuf», sagt er. «Einmal James Bond zu doubeln – das wäre toll.» Aus sieben Meter Höhe springt Victor Ivanov in die Maggia.Foto: PD

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